Gemüse,  Rezepte

Rotkohlpfanne mit Datteln und Gorgonzola

Mittig steht ein schwarzer Teller, darauf liegt rechts eine Portion Rotkohlpfanne, bestreut mit Frühlingszwiebeln und Speckwürfeln, links daneben liegen gebratene kleine Gnocchi. Rechts neben dem Teller liegt eine altmodische Silbergabel; darüber, im Halbkreis angeordnet, Frühlingszwiebeln ganz und in Ringe geschnitten in einer Schale, drei Datteln und ein rundes Holzbrett, darauf eine schwarze Schale mit weiteren Gnocchi und einem schwarzen Löffel darin.

Magst Du Rotkohl? Ich meine so auf die klassische Art – matschig gekocht und mit den ganzen komischen Gewürzen drin? Also ich esse ihn, wenn ich ihn vorgesetzt bekomme, kann aber nicht behaupten, dass ich ihn besonders mag. Außerdem ist da immer noch irgendwo eine vergessene Nelke drin, auf die ich dann garantiert beiße. Immer. Bäh. Auf Instagram habe ich dafür mal den schönen Hashtag #rotkohltrauma kreiert. Wenn Du also auch ein solches Rotkohltrauma hast, oder Rotkohl einfach nur mal anders essen willst, hab ich hier diese Rotkohlpfanne mit Datteln und Gorgonzola für Dich.

Gegen das Kochen bis zur matschähnlichen Konsistenz spricht auch, dass der Rotkohl dabei einen Großteil seines hohen Vitamin C Gehalts einbüßt. Du weißt vermutlich, dass Vitamin C hitzeempfindlich ist? Am besten wäre es natürlich, Rotkohl roh als Salat zu verspeisen, was ich nur empfehlen kann. Dafür gibt’s demnächst dann auch noch ein Rezept, aber eins nach dem anderen! Für diese Rotkohlpfanne hier wird der Rotkohl jedenfalls nur kurz in der Pfanne gebraten, so dass sich vielleicht doch noch ein paar gute Inhaltsstoffe retten lassen.

Ansonsten ist Rotkohl ähnlich sexy wie Brokkoli: Er enthält viele Ballaststoffe und wenig Kalorien! Außerdem enthält er Anthocyane. Das sind die sekundären Pflanzenstoffe, die für eine dunkle Rot-, Violett- oder Schwarzfärbung von Obst und Gemüse sorgen und die eine äußerst antioxidative Wirkung haben. Sie binden freie Radikale, schützen somit unsere Zellen und senken das Risiko für Entzündungen aller Art. Merke also: Je dunkler die Frucht (z.B. Brombeeren, Heidelbeeren, Holunderbeeren) und je dunkler das Gemüse (Rotkohl, Aubergine, rote Zwiebeln), desto gesünder. Seit ich das weiß, kaufe ich übrigens nur noch blaue Trauben… (Die logische Schlussfolgerung ist hier tatsächlich, dass Rotwein auch gesünder ist als Weißwein. In Maßen, versteht sich!)

Die Rotkohlpfanne ist jedenfalls ein weiterer Klassiker aus meiner Winterküche, die wir seit vielen, vielen Jahren zwischen November und Ende Februar mindestens viermal essen. Der beste Mann von allen liebt sie (ein nicht von der Hand zu weisender Vorteil!) und seit die Lieblingstochter ausgezogen ist, mault hier auch keiner mehr. Solche Probleme kann man in dem Fall allerdings lässig lösen, indem man einfach die doppelte Menge Gnocchi für die Rotkohlhasser am Tisch macht. Bisschen Butter und Parmesan drauf und fertig!

Aber ich schwöre, dass diese Rotkohlpfanne nichts, aber auch gar nichts mit herkömmlichem Rotkohl zu tun hat. Der Kohl behält einen leichten Biss und die salzig-süße Kombination aus Gorgonzola, Speckwürfelchen und Datteln ist einfach umwerfend. Falls Du Vegetarier bist, lass den Speck weg. Aber bitte nur dann! Das Rezept ist für 2 Personen.

Man nehme

  • 1 kleiner oder 1/2 größerer Rotkohl, irgendwo zwischen 400 und 500 Gramm
  • 3 EL Balsamico
  • 4 getrocknete Datteln (normale, keine Medjool), kleingewürfelt
  • 4 Scheiben Bacon, in feine Streifen geschnitten
  • 3-4 Lauchzwiebeln, in feine Ringe geschnitten
  • 5 EL Sahne
  • ca. 70 g Gorgonzola
  • 1 Paket Gnocchi aus dem Kühlregal (wenn Du sehr ehrgeizig bist, kannst Du die natürlich auch selber machen…)
  • Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1-2 EL Olivenöl (je nachdem, wieviel Fett der Speck verliert)
  • 1 EL Ghee oder Olivenöl

So geht’s

Zuerst muss der Kohl in Streifen geschnitten werden. Das kannst Du entweder mit Deiner Küchenmaschine, einem Gurkenhobel, einer Mandoline oder auch ganz einfach mit dem Messer machen. Er sollte fein geschnitten sein, es muss aber auch nicht einheitlich super fein sein.

Fülle den Kohl in eine Schüssel, salze ihn, beträufle ihn mit dem Balsamico und vermische alles gut. Das kannst Du per Hand machen (mit Handschuh!) und ihn dabei gleich etwas durchkneten, oder auch einfach mit einem Löffel. Beiseite stellen und ca. 20 Minuten ziehen lassen. In der Zeit schneide ich die restlichen Zutaten klein.

Lass die Speckstreifen in einer Schmorpfanne ohne Zugabe von Fett aus und brate sie knusprig. Herausheben und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Parallel dazu erhitze in einer zweiten Pfanne das Ghee und brate die Gnocchi rundum knusprig an.

Gib jetzt das Olivenöl in die Pfanne und den Rotkohl dazu. Brate den Rotkohl unter gelegentlichem Wenden ein paar Minuten an. Gib dann den Großteil der Frühlingszwiebeln (behalte ein paar, um sie später über das fertige Gericht zu streuen) und die Dattelstückchen zu. Noch zwei bis drei Minuten bei mittlerer Temperatur weiterbraten.

Würze den Kohl mit Salz und Pfeffer und gib die Sahne esslöffelweise zu. Dann setze kleine Gorgonzolastücke gut verteilt auf den Rotkohl und lege sofort den Deckel auf. Temperatur runterschalten und den Käse kurz schmelzen lassen.

Fertig! Vor dem Servieren mit den Speckwürfeln und den restlichen Frühlingszwiebeln bestreuen und zusammen mit den Gnocchi genießen.

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2 Comments

  • Claudia

    Hm, also, ich hab mal kein Rotkohltrauma, schon alleine, weil es bei uns Blaukraut heißt 😉 Und ich will dich ja jetzt nicht mit dem Schulkinder-Zungenbrecher nerven àla „Blaukraut bleibt Blaukraut, und Brautkleid bleibt Brautkleid“… was auch immer das heißen sollte 🤷🏼‍♀️🤣, aber wir haben es geübt 😉 Ich liebe Blaukraut und am besten mit Apfel und Maroni drinnen und NIE, aber auch nie beiße ich auf eine Nelke, denn das ist so sicher wie das Amen im Gebet, das wir mein Mann sein, der dann wie immer flucht, dass ER immer das Pecht hat 😉 auf alle mögliche, das nicht im Essen sein soll, beißt. Manchmal ist es ja auch ganz gut, die Fleischgabel wieder zu finden 😉 So, nun zurück zum Thema: ich weiß noch immer nicht, ob ich die Kombi von roten Blaukraut, Speck und Gorgonzola mag – das ist schon mehr als heftig für meinen zarten Gaumen 😇.. aber auf jeden Fall weiß ich jetzt, warum ich nichts mag, das einfach nur weiß ist – das hat keine Vitamine und ist auch wenig gesund…. 😉

    • Odette

      Oh ja, den Zungenbrecher kennt man auch in Deutschland. Und den fand ich wirklich immer nervig! 😄 Was ein Glück, dass Du Mr. Right an Deiner Seite hast; so bleiben Dir die Nelken und Kirschkerne und Fleischgabeln (😳🤭😂) erspart! Aber hast Du nicht gerade diese „hab ich noch nie gemacht“-Challenge mit Dir selbst laufen? Da wäre meine Rotkohlpfanne doch eine echte Herausforderung?! 😁

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