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Beste Reste: Creme aus Brokkolistielen

Ein dunkler Holztisch als Untergrund. Darauf steht mittig eine weiße Schale mit Creme aus Brokkolistielen, mit Olivenöl beträufelt und mit Chiliflocken bestreut. Rechts davon liegt ein Spachtelmesser. Oberhalb ragt ein Holzbrett ins Bild mit Abschnitten vom Brokkoli, einer teilweise abgeriebenen Zitrone und einem offenen Glas Chiliflocken. Der Deckel mit der Aufschrift „Gochugaru“ liegt daneben.

Sei ehrlich, wie oft hast Du schon den Stiel von Brokkoli weggeworfen? Ich sehr oft, denn bevor das Wort Nachhaltigkeit den deutschen Sprachraum eroberte, hat man sich über derartige Abfälle keine Gedanken gemacht. Also ich jedenfalls nicht. Vielleicht warst Du da vorbildlicher… Inzwischen versuche ich, mein Gemüse möglichst vollständig zu verwerten – vor allem, weil ich jedesmal im Bioladen ein gefühltes Vermögen dafür ausgebe. Und bei diesen Bemühungen kommt dann zum Beispiel eine Creme aus Brokkolistielen heraus, die ein perfekter Brotaufstrich fürs Frühstück ist!

Dass ich viel mit Brotaufstrichen und Cremes experimentiere, habe ich hier schon vor einiger Zeit erzählt. Vielleicht erinnerst Du Dich an die vegane Artischockencreme mit Tomaten und Basilikum oder an die Ziegenfrischkäsecreme mit Aprikosen und Thymian? Meine Lust auf vegetarische oder vegane Cremes hat verschiedene Gründe. Zum Einen möchte ich weniger Fleisch – d.h. auch keinen Aufschnitt mehr – essen, aber davon habe ich schon erzählt.

Dann möchte ich mehr Gemüse und Obst in meine Ernährung integrieren. Jeden Tag möglichst viele verschiedene Sorten in unterschiedlichen Farben ist das hehre Ziel. Im Englischen gibt’s dafür den schönen Ausdruck „eat a rainbow“. Das ist an manchen Tagen ganz einfach, weil man vielleicht morgens ein Müsli mit gemischten Beeren isst, mittags eine Minestrone und abends noch einen bunten Salat. Es gibt aber auch Tage, da isst man morgens ein Marmeladenbrot, mittags Spaghetti Carbonara und abends ein Wurstbrot. Macht Null Obst und Gemüse. Und nein, Marmelade zählt nicht zu Obst! Mit einer Creme aus Brokkolistielen fängt der Tag gleich gut an, zumal auch noch Frühlingszwiebel und Zitrone enthalten sind. Das macht schon drei Sorten. Mit ein bisschen Kresse on top sogar vier Sorten. So einfach ist das!

Und – last but not least – in vegetarische Aufstriche lassen sich wunderbar Reste aller Art verarbeiten. Denn bleibt nicht immer mal was übrig? Zuviel gekochte Hülsenfrüchte, eine Kartoffel oder gedünstete Möhren? Oder eben die Stiele vom Brokkoli, die ja schon einen nennenswerten Teil des Gemüses ausmachen. Und doch isst man oft genug nur die Röschen. Aber Brokkoli ist eine solche gesundheitliche Wunderwaffe, dass man ihn bitteschön komplett verzehren sollte! Falls Du immer noch nicht sicher bist, ob meine Creme aus Brokkolistielen eine gute Idee ist, hab ich nachfolgend noch ein paar unschlagbare Argumente für Dich!

Hier kurz und knackig zusammengefasst: Brokkoli ist reich an Vitaminen (vor allem Vitamin C, K und E), Mineralstoffen (nennenswerte Mengen an Calcium und Magnesium) und Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen. Er liefert gesunde Ballaststoffe mit blutzuckersenkender Wirkung und hat dabei kaum Kalorien; daher ist Brokkoli perfekt für alle, die das eine oder andere Weihnachtskilo loswerden wollen. Außerdem wirkt Brokkoli entzündungshemmend und senkt bei regelmäßigem Verzehr das Risiko, an Krebs zu erkranken. Das nenne ich mal ein Superfood!

Man nehme

  • 1 dicker Brokkolistiel oder 2 kleinere Stiele
  • 1 kleine Frühlingszwiebel in Ringen
  • knapp 1 TL Ghee oder Olivenöl (mit Olivenöl ist das Rezept vegan), plus etwas Olivenöl zum Beträufeln
  • 50 ml warmes Wasser
  • 50 g Cashewkerne natur (alternativ funktionieren auch Mandeln oder Sonnenblumenkerne sehr gut!)
  • Schale einer halben Zitrone, fein abgerieben
  • Salz und Chiliflocken (ich nehme gerne die koreanischen Chiliflocken „Gochugaru“, Du kannst aber auch türkisches „Pul Biber“ nehmen oder andere Chiliflocken)

So geht’s

Schäle die ledrige Haut vom unteren Teil des Brokkolistiels. Schneide ihn anschließend in ca. 1 cm breite Scheiben. Je nach Durchmesser kannst Du die Scheiben nochmal halbieren.

Ein dunkler Holztisch als Untergrund. Darauf liegt ein kleines, etwas helleres Holzbrett mit einem geschälten Brokkolistiel. Die Abschnitte liegen rechts daneben, links liegt ein Küchenmesser.

Zerlasse das Ghee oder Olivenöl in einem kleinen Topf. Gib die Brokkolistücke, etwas Salz und die Frühlingszwiebel dazu und schwitze alles ein paar Minuten bei höherer Temperatur unter Rühren an.

Gib das Wasser zu und lege sofort den Deckel auf. Schalte die Kochplatte auf eine niedrigere Stufe und lass den Brokkoli knapp 5 Minuten köcheln.

Schalte den Herd aus oder nimm den Topf von der heißen Platte. Nimm den Deckel ab und gib die Cashewkerne zu. Umrühren und zwei, drei Minuten offen stehen lassen. Die Cashewkerne nehmen schnell einen Teil der Flüssigkeit im Topf auf.

Gib die Zitronenschale zu und püriere den Topfinhalt mit einem Pürierstab oder in der Küchenmaschine. Mit Salz und einer Prise Chiliflocken abschmecken.

Die Creme in einer Schüssel anrichten, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit mehr Chiliflocken bestreuen.

Ich mag die Creme aus Brokkolistielen super gerne zum Frühstück auf einem Vollkornbrötchen mit Kresse, Rucola oder Sprossen on top. Du kannst die Creme aber auch genauso gut mit Gemüsesticks oder Crackern zum Dippen verwenden.

Ein dunkler Holztisch als Untergrund. Im Vordergrund steht ein weißer Teller „Maria Weiß“, darauf ein halbes Brötchen dick mit Creme aus Brokkolistielen bestrichen und mit Kresse belegt. Im Hintergrund steht die Schüssel mit der restlichen Creme.
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6 Comments

  • Anne

    Ha! Toll! Danke ! Habe immer ein übelst schlechtes Gewissen wenn ich gefühlt die Hälfte des gesunden Gemüses wegwerfe 🙈 Wird sofort beim nächsten Strunk ausprobiert!

  • Claudia

    Also ich bin richtig begeistert, weil mich das bei Brokkoli auch immer total nervt – ich habs nur nicht so mit Nüssen, könnte ich ja Kichererbsen statt dessen nehmen, oder? Meine Hummus-Künste bedürfen sowieso noch Übung und Verbesserung 😉 Ich denke ja mittlerweile schon, dass man irgendwo auf der Welt sicher all das isst, was wir weggeben und umgekehrt, denn als ich bei meiner live-Süßkartoffelernte die Pflanze weg“schmiss“ und nur die Knollen aus der Erde erntete, hat mich mein Lieblingsasiate (der auch meine Storys guckt 😉 regelrecht zurechtgewiesen, dass man die Pflanze wohl auch essen könne… tja… ich erwarte in Demut einen Beitrag darüber von dir, liebe Oda ….

    • Odette

      Wie wäre es denn mit Sonnenblumenkernen? Oder zählst Du die auch zu Nüssen? Mit Kichererbsen wird es dann tatsächlich eine Art Brokkoli-Hummus, aber warum auch nicht?! 😋 Und dass Du einen Beitrag von mir zu dem grünen Pflanzenteil der Süßkartoffel erwartest, hat den besten Mann von allen kurzzeitig in Panik versetzt! 🤣 Also ich finde, das könnte interessant sein… 😁

  • Claudia

    Du kannst deinen Besten beruhigen. Es setzt sowieso voraus, dass du die Pflanze zuerst aus einer Süßkartoffel ziehst 😉 und bis zur Ernte derselben am Leben hältst 🤷‍♀️💛 Bis dahin kannst du dich gut darauf vorbereiten niemanden zu vergiften 🤣

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