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Panzanella

Links steht eine weiße Schüssel mit Panzanella, einem toskanischen Brotsalat, bestehend aus zerzupftem Weißbrot, Tomatenwürfel, Zwiebelstreifen, Basilikumblättchen und zerzupftem Mozzarella. Rechts daneben stehen weiße Teller mit Salatbesteck und Rispentomaten darauf. Ein Basilikumtopf ragt von oben ins Bild.

Ich habe ja schon lange keinen Monatsrückblick mehr geschrieben. Irgendwie ist in den letzten Monaten nicht viel passiert. Mal abgesehen von ausgefüllten Arbeitstagen und dem täglichen Leben drumherum. Alles soweit fein, keine Sensationen und keine Dramen; eben nichts wirklich Berichtenswertes. Aber jetzt sind wir gerade aus der Toskana zurückgekehrt und wenn Du magst, teile ich ein paar Urlaubserinnerungen, Bilder und das Rezept für diesen toskanischen Brotsalat namens Panzanella mit Dir. Du magst doch, oder?

Die Toskana stand schon ewig auf meiner Da-will-ich-hin-bevor-ich-tot-bin-Liste. Wahrscheinlich ist die Toskana ein Sehnsuchtsort vieler Menschen (und – Überraschung – wir waren dort auch nicht allein…). Wer in Süddeutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt, findet dieses Reiseziel wahrscheinlich weniger aufregend, weil ein Trip von dort aus ungefähr so ist, wie wenn wir nach Holland fahren. Ist nah, ist schön und macht man so fünf- bis zehnmal im Jahr. Aber von uns aus sind es knapp 1.200 km mit dem Auto, das macht man nicht mal so eben.

In Ermangelung schöner Campingplätze in der Gegend von Lucca – und da wollten wir hin – haben wir uns für ein Häuschen im Grünen entschieden. Beste Entscheidung! Die Unterkunft war zauberhaft und für uns ein perfekter Ort.

Blick auf eine kleine Treppe die zwischen Olivenbäumen abwärts in einen Garten führt. Man sieht nur Grün und Natur.
Der Fußweg zu unserem Häuschen
Am Ende des Fußwegs sieht man eine Terrasse mit Terracottafliesen, Gartenmöbeln und dahinter ein gelb gestrichenes kleines Haus.

Wir haben dann jeden Tag einen Ausflug mit dem Auto gemacht und die Gegend erkundet. Sind jeden Mittag ausgiebig Essen gegangen (mit wenigstens zwei Gängen und einem Glas Wein für das ultimative Urlaubsgefühl!) und haben die Abende auf der Terrasse unserer kleinen Ponderosa verbracht, in den Wald geguckt oder die Eidechsen auf den Terracottafliesen beobachtet und uns nach Einbruch der Dunkelheit über das Funkelfeuerwerk der zahlreichen Glühwürmchen gefreut. Schön war das!

Blick von oben auf toskanische Landschaft; am Himmel dramatische Wolken.
Eine Wiese voll mit rotem Mohn.

Dass man in Italien toll essen kann, dürfte allseits bekannt sein. Ich liebe es, in Urlaubsländern und deren Regionen die lokale Küche auszuprobieren. In Italien also Gerichte jenseits von Pizza und Pasta. Pasta hatten wir natürlich auch, aber eben welche, deren Zubereitung typisch für die Gegend ist. Mit regionalen Produkten von kleinen Produzenten. Der beste Mann von allen hat in Fleischgerichten (Wildschwein in allen Varianten, Ossobuco, Kalbsbäckchen) geschwelgt, denn die toskanische Küche ist traditionell sehr fleischlastig. Selbst ich habe für meine Verhältnisse viel Fleisch gegessen. War halt lecker.

Und dann, an unserem vorletzten Mittag, waren wir in Lucca in der Trattoria Da Giulio in Pelleria und dort gab es Panzanella auf der Karte. Nur im Sommer verfügbar. Klar, das macht Sinn, denn eine Panzanella braucht aromatische Tomaten. Ich wusste, dass es dieses Gericht gibt, war aber bislang zugegebenermaßen skeptisch. Aus eingeweichtem altbackenen Brot einen Salat zu machen, klingt erstmal nicht so geil, hab ich recht?! Aber weil dieser Tag ein heißer Sommertag war und ich bei diesem Restaurant sofort das Wenn-nicht-hier-wo-dann?-Gefühl hatte, habe ich die Panzanella bestellt. Und was soll ich sagen? Es war Liebe auf den ersten Bissen.

Blick auf die Außenterrasse der Trattoria Da Giulio unter alten Gewölbebogen. Ein wunderschönes Restaurant.
So schön sitzt man auf der Außenterrasse bei Da Giulio in Lucca
Die original Panzanella im Restaurant.
Die originale Panzanella, so wie im Restaurant serviert

Es gibt in der Toskana verschiedene Gerichte, die altbackenes Brot als Grundlage haben. Das ist Nachhaltigkeit, bevor es das Wort gab. Für eine Panzanella wird das Brot in Wasser eingeweicht, gut ausgedrückt, mit frischen Tomaten, Zwiebeln und Basilikum vermischt und mit Essig und Olivenöl serviert. Wer Lust hat, kann noch Gurke untermischen. Ich war so frei und habe zerzupften Büffelmozzarella ergänzt und das ist richtig gut. 

Die Panzanella ist unglaublich saftig und schmeckt schön frisch. Und – Zitat der Lieblingstochter – „Das eingeweichte Brot nervt gar nicht!“. Den Rest wollte sie gerne für den nächsten Tag mit nach Hause nehmen. Bestes Kompliment, wie ich finde!

Das Rezept ist bewusst ohne Mengenangabe. Du kannst den Salat nur für Dich oder für eine 20köpfige Gesellschaft machen; dosiere die Menge einfach nach Gefühl.

Man nehme

  • Altbackenes Weißbrot oder Ciabatta
  • Frische und reife Tomaten, die auch danach schmecken
  • Rote Zwiebel
  • Basilikum
  • Rotweinessig
  • Olivenöl
  • Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • optional Büffelmozzarella

So geht‘s

Zerreiße das Brot mit Rinde in mundgerechte Stücke und weiche es in kaltem Leitungswasser ca. 20 Minuten ein.

In der Zwischenzeit würfelst Du die Tomaten. Es gibt Rezepte, die empfehlen, die Tomaten zu entkernen. Ich verwende sie unbedingt mit, denn dort ist das meiste Umami drin.

Halbiere die Zwiebel und schneide sie in feine Streifen.

Zupfe die Basilikumblätter ab. Ich hatte kleinblättriges Basilikum und konnte die Blätter daher ganz lassen. Wenn Du große Blätter hast, würde ich sie kleiner zupfen oder schneiden.

Drücke das Brot mit den Händen gut aus und gib es in eine Schüssel. Gib die Tomaten, die Zwiebel und das Basilikum dazu, würze mit Salz und Pfeffer und vermenge alles. Dann gibst Du eine großzügige Runde Olivenöl dazu und hebst den Salat nochmal durch.

Etwa eine Stunde durchziehen lassen!

Vor dem Servieren gibst Du eine guten Schuss Rotweinessig über den Salat und mischst nochmal. Abschmecken und evtl. nachwürzen. Der Salat sollte ausgewogen frisch und leicht säuerlich schmecken.

Wenn Du den Salat mit Mozzarella servieren möchtest, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Käse zu zerzupfen und darauf anzurichten.

Lass es Dir schmecken!

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8 Comments

  • Amalie

    Liebe Odette,
    habe gerade mit Deinem wunderschönen Artikel ein paar Minuten Toskana verlebt 😍… So ein schöner Beitrag mit herrlichen Bildern. Und wie es halt so ist, die Italiener sind einfach großartig darin aus den einfachsten Zutaten die köstlichsten Gerichte zu zaubern und dies ohne riesen Tam Tam. Dein Panzanella-Salat ist dafür wieder mal ein echtes Beispiel. Ich habe ihn, wie die liebe Claudi, auch noch nie gegessen, aber das wird sich bestimmt bald ändern. Denn die Zutaten, vor allem altes Weißbrot, gibts nämlich im Amalienwohnzimmer-Haushalt immer wieder. Wundervolle Mögichkeit, es nicht der Abfall-Tonne zu überlassen.
    Herzlichen Dank für dieses schöne Sommer-Rezept,
    Amalie

    • Odette

      Liebe Amalie,
      Dein Kommentar freut mich so, vielen Dank! Wie toll, dass ich Dich kurz in die Toskana entführen konnte, danke für‘s „Mitfahren“! 🥰 Und die Panzanella katapultiert Dich auch dorthin – wann auch immer Dir danach ist. 🇮🇹 Ganz liebe Grüße!

  • Cordula Wallbaum

    Was für schöne Fotos! Auch für mich ist die Toskana schon lange ein Sehnsuchtsort und ich habe auch noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass wir eine solche Reise bald wieder machen können. Wir waren vor über 30 Jahren zu Silvester in Venedig und ich kann nur sagen, unvergesslich. Es war kalt und neblig und die Stadt hatte geradezu eine magische Ausstrahlung.
    Zu deinem tollen Rezept sage ich nur:
    Alle Zutaten sind im Haus, das Wetter ist genau richtig dieses Wochenende ,also steht auf meinem Speiseplan Panzanella. 😋🤗

    • Odette

      Danke für Deinen Kommentar, ich freu mich riesig! 🥰 Venedig steht noch auf meiner Wunschliste und auch ich würde da gerne zu einer Jahreszeit hinfahren, zu der nicht drölfzigtausend Touristen die Gassen bevölkern. Das wäre schön.
      Bin gespannt, wie Euch die Panzanella schmeckt; die macht sich bestimmt auch gut als Grillbeilage… 😉

  • Claudia

    Also ich weiß ja nicht, wo ich beginnen soll, aber alleine deine Bilder sind schon ein Traum 💛 Einige hab ich ja schon in deiner Story bewundert, aber gleich mal vielen Dank dafür, die sind einfach wunderschön.
    So, nun zum wichtigsten Punkt: ich war NOCH NIE in der Toskana 😳 Das ist dann wahrscheinlich so, wie auch viele Amerikaner noch nie am Grand Canyon waren, oder nicht jeder Wiener permanent in der Oper oder in Schönbrunn ist. Durch die Fliegerei sind wir viel im Norden Italiens (Gemona, San Daniele, Meduno, Bassano, am Gardasee, Idrosee, Comosee (leider nicht bei George Clooney) usw oft an sehr versteckten kleinen Orten – auch so wunderschöne, aber halt unbekannt ) oder als Kind oder mit unseren Kindern viel an der Adria. Aber ich war noch nie in Pisa, Rom oder in der Toskana, dafür auch mal für einen Tag mit dem Nachtzug in Venedig. Ich war schon so oft in Venedig, dass ich irgendwann mal gesagt, hab, dass ich da nicht mehr hinmöcht 😉
    Aber nun zu dir: Von Panzanella hab ich tatsächlich noch nie gehört, aber durch dir versteckten Orte, die wir schon besucht haben, hab ich schon vieles gegessen, das nicht gut aussah, aber herrlich schmeckte. Ich hab oft das Gefühl, dass Italiener gerne „etwas vermantschen“, was wir nie tun würden 🤣 Ich hätte da ein Rezept für Spaghetti mit Romanesco, da weinst du fast bei der Zubereitung (weil man von dem schönen Romanesco nichts mehr erkennst) aber es schmeckt klasse 💛 Ich freu mich sehr, dass du so schöne Tage hattest, und eure Ponderosa sah echt bezaubernd aus. Da habt ihr es echt toll erwischt.

    • Odette

      Die norditalienischen Seen kennen wir tatsächlich auch, das ist nicht ganz so weit und auch wunderschön. Die Toskana ist natürlich anders und ich liebe es, mit dem Auto zu reisen und zu sehen, wie sich die Landschaft verändert.
      Ich glaube diese Da-will-ich-unbedingt-mal-hin-Orte hat jeder von uns. Aber je älter ich werde, desto mehr denke ich „jetzt!!!“. Venedig steht auch noch auf meiner Liste, aber da wäre man wahrscheinlich am besten während der Lockdowns hingefahren… 😁 Oder irgendwann mal im November, wenn da alles grau und neblig ist. 🙂
      Von den Romanesco-Nudeln habe ich eine grobe Idee 🫣 – aber wie so oft kommt es eben doch auf die inneren Werte an! 😉

  • Günter

    Ich habe deinen Toskana-Urlaub ja schon auf Instagram verfolgt und bin als kulinarischer Italien-Fan natürlich hin und weg.😍 Deine Panzanella, die übrigens appetitlicher als das Original aussieht, weckt Erinnerungen an meinen einzigen Besuch in der Toskana vor mehr als 10 Jahren. Das mit fünf- bis zehnmal pro Jahr klappt bei mir leider auch nicht. Zumindest nicht in die Toskana – sind ja doch auch 700 Kilometer ab Graz.😉

    • Odette

      Oh das freut mich, lieber Günter! Die Panzanella etwas attraktiver aussehen zu lassen, war auch mein Ziel! Schön, dass das gelungen ist! 😅
      Und 700 km Entfernung von Graz ist ja quasi ein Katzensprung! 😉 Na ja, also nach Holland ist es von uns aus tatsächlich deutlich näher… Aber deswegen fahren wir so oft nach Avignon, weil das “nur” 900 km sind. Aber so oder so ist das alles ganz schön weit weg, wenn man mit dem Auto fährt. Und doch hat sich das so sehr gelohnt! ☺️

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