Fleischeslust,  Rezepte

Pasta al ragù aus der Rinderbeinscheibe

Besser als beim Italiener! Pasta al ragù.


Ein paar Gedanken zum Fleischkonsum 

Mein allererster Blogeintrag! Das ist in der Tat ziemlich aufregend! Ich habe auch gar nicht lange darüber nachgedacht, welches Gericht es sein sollte; der Zufall hat entschieden. 

Ich kaufe Fleisch (wann immer möglich) in Bio-Qualität. Oder von dem oft besungenen „Metzger des Vertrauens“, der ja auch eine aussterbende Art ist. Dafür essen wir aber auch deutlich weniger Fleisch als noch vor ein paar Jahren. Ganz darauf verzichten will ich aber nicht. Und der beste Mann von allen schon mal gar nicht. Der häusliche Kompromiss ist daher: zweimal die Woche Fleisch, ein- bis zweimal die Woche Fisch oder anderes Meeresgetier und drei- bis viermal die Woche vegetarisch oder zufällig vegan. Ob der Mann dann in seiner Mittagspause noch eine Currywurst essen geht, ist seine Sache… 

Für alle Sparfüchse unter Euch habe ich jetzt einen Tipp: Bio-Fleisch wird gleich viel bezahlbarer, wenn es reduziert wird, weil die Haltbarkeit bald abläuft. Da schlage ich gerne zu. Der Nachteil ist, man muss nehmen was es gibt. Aber das muss ja kein Fehler sein. Und das Fleisch sollte dann natürlich kurzfristig verarbeitet werden. Wenn mir das gerade nicht in den Kram passt, friere ich es ein.

So kam ich an eine prächtige Rinderbeinscheibe, aus der ich mal kein Ossobuco sondern dieses fantastische ragù (das muss ich nicht übersetzen, oder?) gezaubert habe. Definitiv ein Gericht für‘s Wochenende; es sei denn, ihr habt sonst nichts zu tun…

Man nehme

  • 1 große Rinderbeinscheibe mit Knochen von ca. 500g. Etwas mehr schadet nicht, etwas weniger geht notfalls auch. Das Fleisch sollte am besten Zimmertemperatur haben!
  • 1 EL Ghee (oder Butterschmalz)
  • 1 große Zwiebel, gehackt
  • 1-2 große Karotten, gewürfelt
  • 1-2 Petersilienwurzeln (oder ein Stück Sellerie), gewürfelt
  • 1-2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Kräuter der Provence (alternativ Rosmarin, Thymian, Oregano – was auch immer ihr da habt)
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Glas Rotwein (plus mehr für die Köchin)
  • 1 kleine Dose Tomaten, am liebsten aus der Sorte San Marzano, etwas zerpflückt
  • Wasser
  • 1-2 TL Stärke, mit etwas kaltem Wasser angerührt.
  • Salz und Pfeffer 
  • 1 Prise Zucker 
  • 1 ofenfester Bräter oder Topf mit Deckel, am besten aus Gusseisen

So geht’s 

Heize den Backofen auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vor. 

Stelle den Topf zunächst auf den Herd und zerlasse das Ghee bei mittlerer Temperatur. Erhöhe dann die Temperatur und brate die Beinscheibe von beiden Seiten scharf an. 

Nimm das Fleisch raus und brate die Zwiebel und das Gemüse ein paar Minuten an. Füge dann die Knoblauchzehen, das Lorbeerblatt und die Kräuter hinzu. Rühre das Tomatenmark unter.

Lösche das Ganze mit dem Rotwein ab. Falls Du ohne Alkohol kochen möchtest, nimmst Du einfach einen Fond oder Brühe. Lösche die Köchin/den Koch ebenfalls mit einem Schluck Rotwein ab.

Füge die Tomaten mit ihrem Saft und ungefähr 150-200ml Wasser und einen Teelöffel Salz hinzu. Ihr könnt statt Wasser und Salz natürlich auch Fond oder Brühe nehmen, aber das ist eigentlich nicht nötig. Fleisch einlegen – es sollte gemütlich in der Flüssigkeit schlummern können -, den Deckel auflegen und für 3 Stunden ab in den Ofen!

Zeit für ein weiteres Glas Rotwein.

Nimm das Fleisch nach Ende der Garzeit aus dem Topf. Es wird Dir kaum gelingen, es in einem Stück herauszuheben, so zart ist es. Löse das Fleisch vom Knochen, schneide schwabbelige Stellen ab (es sei denn, Du magst das) und zerzupfe es.

Parallel kochst Du die Sauce auf dem Herd auf und bindest sie mit der Stärke ab. Fische das Lorbeerblatt heraus und füge das Fleisch hinzu. Mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.

Fertig. Einfach reinlegen. Oder mit Pasta servieren.

Wer eine Nudelmaschine hat, macht in der Zeit, in der das Fleisch im Ofen ist, ein paar Nudeln selber. Wer lieber ein Buch liest oder Netflix guckt, kann natürlich auch fertige Nudeln nehmen!

Vergesst den Rotwein nicht! Cheers!

8 Comments

  • Katrin

    Das klingt super lecker. Ich hab Ähnliches auch schon mal gemacht und unsere Maus mochte es auch total gern 👍 Nehme auch nur Biofleisch. Liebe Grüße, Katrin

    • Odette

      Sehr gut! Wenn die Kids unser Essen mögen, ist schon viel gewonnen! Eigentlich sollten wir alle zurück zum Sonntagsbraten, so wie früher…

  • Renate Heinemann

    Hallo Oda,
    Gratuliere zum Blog. Werde bestimmt in Kürze den Avocado Salat und auch Pasta alla Ragu ausprobieren.
    Als Karnevals Flüchtling bin ich zurzeit im Bayerischen Wald. Weiterhin viel Erfolg
    Liebe Grüße von Renate

    • Odette

      Liebe Renate, ich freu mich so, dass Du hier gucken warst! Vielen lieben Dank für Deine guten Wünsche und eine gute Zeit auf der Flucht! Alles Liebe, Oda

  • Cordula

    Hallo Oda, tolle Rezepte und noch bessere Kommentare. Dein Rezept mit der Rinderbeinscheibe werde ich ausprobieren, aber ich werde das Rind durch Hirsch ersetzen. Werde dann berichten, wie es geschmeckt hat 🐄 <🦌.
    Ich freue mich schon auf die nächsten Rezeptvorschläge. Bis bald, Cordula

    • Odette

      Dankeschön, wie lieb von Dir! Falls Du Testesser für das Hirschragout brauchst, sag Bescheid! Wir würden uns opfern… Liebste Grüße Oda

  • Miz356

    Lustigerweise habe ich heute auch Nudeln mit Ragú (bei mir nur Hackbällchen) gemacht und dachte, verdammt, da würde jetzt Rotwein passen. Wir trinken immer weiß. Gratuliere zum Blog!

    • Odette

      Ich trinke eigentlich auch lieber Weißwein! Rotwein vertrage ich nicht so gut, da kann ich maximal ein Glas von trinken. Aber an manchen Abenden muss es dann doch der Rotwein sein!
      Schön, dass Du hier kommentiert hast! Ich wusste gar nicht, dass Du auch einen Blog hast…

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