Fleischeslust,  Rezepte

Massaman-Curry à la Odette

Eine schwarze Schüssel auf schwarzem Untergrund. Darin weißer Reis mit Massaman-Curry: Hähnchenstücke, Spinat, Möhren und Kichererbsen in Currysauce. Mit frischem Koriander bestreut, der auch oben rechts ins Bild ragt. Ein Beutel mit Massaman-Currypaste ragt rechts ins Bild.

Also entweder werden sich alle Thailänder mit Grausen abwenden, oder sie werden mir die Füße küssen für diese großartige Neu-Interpretation des Massaman-Currys. Vielleicht liest das hier aber auch kein einziger Thai und mein Rezept bleibt das Geheimnis unserer kleinen eingeschworenen Gemeinde, wer weiß?!

Hast Du überhaupt schon jemals von Massaman-Curry gehört? Ich dachte lange Zeit, alles was Curry heißt, kommt aus Indien. Aber weit gefehlt! Das, was wir gemeinhin Curry nennen – und ich meine hier nicht die Gewürzmischung in Pulverform, sondern das Gericht mit Gemüse, Fisch oder Fleisch in einer sämigen und gut gewürzten Sauce – wird ebenfalls in Pakistan, Thailand und Japan gegessen! Den Begriff „Curry“ haben übrigens die Briten geprägt (hallo Kolonialzeit!). Wikipedia weiß, dass es in den südostasiatischen Ländern gar keinen derartigen Oberbegriff für diese mit Reis servierten Gerichte gibt. Dort wird übrigens auch niemals Currypulver verwendet!

Massaman-Curry ist ein Klassiker der Thai-Küche. Es wurde schon in einem Gedicht aus dem frühen 19. Jahrhundert gepriesen, das jedes thailändische Kind heute noch in der Grundschule auswendig lernen muss. Ich stelle mir gerade vor, dass Schiller statt der „Ode an die Freude“ vielleicht besser eine „Ode an Eisbein mit Sauerkraut“ geschrieben hätte?! Oder dass Goethe statt des „Heidenrösleins“ den Kartoffelsalat gepriesen hätte?! So funktioniert frühkindliche kulinarische Prägung, meine Damen und Herren!

Zurück zum Massaman-Curry! Der Schlüssel ist natürlich die Würzpaste, die aus einer langen Liste von Zutaten und Gewürzen besteht, darunter so exotische Dinge wie Galgant (Thai-Ingwer) und Garnelenpaste, die man in Hintertupfingen nicht an jeder Ecke bekommt. Dann gehört normalerweise Kokosmilch in das Gericht, außerdem Erdnüsse, Kartoffeln und Rind oder Huhn. Soweit die klassische Version.

Da ich zugegebenermaßen faul bin, habe ich die Sache mit der Würzpaste elegant (wie ich finde!) abgekürzt: Du bekommst nämlich im Asia-Supermarkt (oder notfalls natürlich auch im Internet) ganz fantastische Würzpaste im Portionsbeutel. Ohne Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe oder sonstige unliebsame Zusätze; da ist nur das drin, was auch reingehört! Aber bitte lies sicherheitshalber die Zutatenliste auf der Rückseite, denn da gibt’s auch schwarze Schafe.

Ach und noch was: Falls Schärfegrade auf der Packung angegeben sind – gerne in Form von ein bis drei Chilischoten – nimm die Variante mit einer Chili, das bedeutet mild. In der Thai-Interpretation! Für deutsche Gaumen, die scharfes Essen nicht so gewöhnt sind, bringt die Paste trotzdem eine angenehme Schärfe mit. Was Thailänder als scharf bezeichnen, grenzt für viele Europäer an Körperverletzung…

Okay, so weit, so gut. Ich nehme außerdem keine Erdnüsse und auch keine Kartoffeln für mein Massaman-Curry. Dafür Möhren, Spinat und Kichererbsen. Und weil ich Koriander so liebe, kommt der noch obendrauf. Den kannst Du natürlich auch einfach weglassen, falls Du den nicht magst. Und wenn Du dafür die Idee mit den Erdnüssen super findest, dann streust Du die halt drauf. Alles kann, nichts muss!

Auf diese Art koche ich das Curry bestimmt schon 20 Jahre und deswegen ist es ein Klassiker meiner Küche. Vielleicht wird es ja jetzt auch ein Klassiker Deiner Küche?

Das Rezept reicht für 4 Personen.

Man nehme

  • 200 g Basmati-Reis
  • 400 g Hähnchenbrustfilet (bitte, bitte in Bio-Qualität!), gewürfelt
  • 3 Möhren, in größeren aber mundgerechten Stücken
  • ca. 400 g TK-Blattspinat
  • 1 kleine Dose Kichererbsen
  • 2 kleine (oder 1 große) Zwiebeln, gewürfelt
  • 1 EL Ghee oder Butterschmalz
  • 1 Dose Kokosmilch (Nimm eine ohne Emulgator oder sonstige Zusätze! Auch hier macht Bio-Qualität Sinn! Die Kokosmilch sollte nur Kokosnuss und Wasser enthalten!)
  • 1 Beutel „Masman Currypaste“ à 50 g
  • 1 Bund Koriander (optional)

So geht’s

Wasche den Basmati-Reis so lange, bis das Wasser klar bleibt. So wird überschüssige Stärke abgespült und der Reis wird wunderbar locker und körnig. Gare ihn anschließend mit ca. 400 ml leicht gesalzenem Wasser nach Packungsanleitung.

Zerlasse das Ghee in einer großen Pfanne, für die Du einen Deckel hast. Brate die Zwiebeln unter Rühren glasig an. Gib dann die gewürfelte Hähnchenbrust dazu und brate sie von allen Seiten an.

Dann drückst Du die gesamte Würzpaste aus dem Beutel in die Pfanne und kippst die Kokosmilch dazu. Gut verrühren, bis die Paste sich aufgelöst hat. Jetzt gibst Du das ganze Gemüse hinein. Der Spinat muss übrigens nicht vorher aufgetaut sein. Deckel drauf und gut 15 Minuten köcheln lassen. Danach nimmst Du den Deckel ab und lässt die Sauce noch ein paar Minuten cremig einkochen.

Das war’s schon! Abschmecken ist nicht nötig, Du kannst das Massaman-Curry sofort zusammen mit dem Reis servieren. Mit Koriander. Oder ohne. Schmeckt so oder so!

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2 Comments

  • Monika Straßer

    Wieder mal ein wunderbarer Text zu einem wunderbaren Rezept. Currys sind einfach lecker 😋 Im Sommer gibt’s Currys eher selten bei uns (🥵🥵🥵😅) aber so bald die Tage kühler werden, stehen sie wieder regelmäßig am Speiseplan der Familie Straßer😁☺️😍. Die fertigen Currypasten verwende ich (wenn ohne Glutamat) auch sehr gerne🥰. Ich liebe diese Vielfalt der Aromen… besonders den Duft von Koriander und Limettenblättern👃🏼👃🏼👃🏼.
    Viele liebe Grüße aus Oberbayern von deiner Moni💖👋🏻👋🏻

    • Odette

      Ach Monilein, wie lieb von Dir, tausend Dank! Hier war es die letzten Wochen vergleichsweise kühl und grau und regnerisch, da kommt so eine warme Umarmung in Form eines Currys genau richtig! 😄

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