Gemüse,  Rezepte,  Vegetarisch

Blumenkohlsteaks mit Zitronen-Kapernbutter

Ein schwarzer Teller auf schwarzem Untergrund. Darauf liegt ein ofengeröstetes Blumenkohlsteak - eine Scheibe mittig aus einem Blumenkohl geschnitten - mit Zitronen-Kapernbutter und Salzkartoffeln. Bestreut mit Rucola-Kresse.

Still und leise hat mein Blog am Mittwoch seinen Geburtstag gefeiert. Ein Jahr ist mein Baby nun schon alt. Und ich bin immer noch so froh, dass ich den Schritt gewagt habe. Heute denke ich, dass ich das schon viel früher hätte tun sollen. Meine Zweifel („Wer will das lesen?“ und „Braucht die Welt wirklich noch einen Blog?“) beiseite wischen und einfach machen. Hab ich aber nicht. Die Zeit des „Ich mach das jetzt!“ war erst Anfang letzten Jahres gekommen. Vermutlich ein Vorbote einer Reihe von Ereignissen und bevorstehenden Veränderungen. Was Blumenkohlsteaks mit Zitronen-Kapernbutter und Salzkartoffeln damit zu tun haben? Nix.

Anfang letzten Jahres ist viel passiert. Nicht nur, dass sich die Corona-Pandemie in unser aller Leben gedrängt hat und unsere Behaglichkeit, in der wir uns eingerichtet hatten, mal eben auf links gekrempelt hat. Nein, es zeichnete sich zu dem Zeitpunkt auch schon ab, dass es wohl berufliche Veränderungen für mich geben würde. Noch war nicht so ganz klar, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln würden; sagen wir mal, anfangs war die Lage etwas beunruhigend, aber nicht hoffnungslos. Aber Grund genug, zwei Dinge anzustoßen: diesen Blog und ein Fernstudium als ganzheitliche Ernährungsberaterin. Better be prepared.

Wie das vielleicht so ist, wenn man selber gesundheitliche Probleme hat, die durch Ernährung beeinflusst werden können, habe ich begonnen, mich zunehmend mehr mit gesunder Ernährung und den komplexen Zusammenhängen von Nahrung und Gesundheit zu beschäftigen. Das Fernstudium erschien mir wie eine logische Konsequenz und eine mögliche berufliche Alternative. Nach einem Jahr und kurz vor dem Abschluss muss ich feststellen, dass ich eine Menge super interessanter Dinge gelernt habe und weder die investierte Zeit noch das Geld bereue. Allerdings musste ich auch feststellen, dass ein Fernstudium neben einer Dreiviertel-Stelle plus Haushalt, Familie (und manchmal Freunde) und Blog für mich nicht zu bewältigen ist.

Acht Stunden Lernzeit pro Woche, das wären pro Tag eine Stunde plus drei Stunden am Wochenende. 1500 Seiten Lernmaterial. Hut ab vor allen, die das so nebenbei schaffen. Ich leider nicht. Aber ich habe fleißig die Einheiten als Hörbuch gehört, fleißig gelesen, wichtige Stellen markiert und angefangen, Dinge für mich persönlich (und für den besten Mann von allen – ob er will oder nicht (und er will eigentlich nicht…)) umzusetzen. Aber ich habe nicht wirklich gelernt, im Sinne von „ich kann das alles quasi auswendig“. Daher werde ich auch die Abschlussprüfung nicht ablegen. Das ist okay, denn ich weiß heute, dass ich nicht als Ernährungsberaterin arbeiten will.

Aber ich bin da, wenn Freunde oder Familie Fragen haben oder Hilfe brauchen. Und manchmal verteile ich mein Wissen auch hier, auf meinem Blog. In der Hoffnung, dass Du das in kleinen Dosen interessant und lehrreich findest. So ist Blumenkohl zum Beispiel gesund (Mineralstoffe! Vitamine B + C!) und kalorienarm. Hurra! Und so, als Blumenkohlsteak im Ofen geröstet, mit zitroniger Kapernbutter, mag ihn vermutlich auch meine Mama, die zu Blumenkohl ein eher schwieriges Verhältnis hat. Mein Vater hat Blumenkohl sehr geliebt, natürlich klassisch in Béchamel oder im Ganzen gekocht mit Butterbröseln oben drauf, sodass es das gefühlt alle 10 Tage abwechselnd gab. Als mein Vater starb, kommentierte meine Mutter das ganz trocken (trotz all ihrer Trauer, versteh mich nicht falsch!) mit „Nie wieder Blumenkohl!“, worüber meine Freundin Sylvia heute noch lacht.

Das Rezept ist für zwei Personen. Falls Du Single bist, kannst Du aus dem restlichen gerösteten Blumenkohl auch wunderbar eine Suppe machen oder ein Püree. Denn Blumenkohl ist ja nicht wirklich ein Single-Gemüse, da bleibt immer was übrig…

Man nehme

  • 1 nicht zu großer Blumenkohl
  • 4 EL Olivenöl plus etwas mehr zum Bestreichen
  • 70 g Butter
  • 1 TL Oregano
  • 1 EL kleine Kapern („Nonpareilles“, die Unvergleichlichen. Was für ein schöner Begriff!)
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Kästchen Kresse, ich mag Rucola-Kresse total gerne
  • Salz und weißer (!) Pfeffer aus der Mühle
  • Kartoffeln als Beilage

So geht‘s

Heize den Backofen auf 220 Grad vor.

Den Blumenkohl waschen (versteht sich von selbst, oder?) und dann mittig zwei schöne, ca. 1-2 cm breite Scheiben, die Blumenkohlsteaks, herausschneiden. Die äußeren Röschen rechts und links davon zerfallen, aber das macht nichts.

Verteile die Blumenkohlsteaks und die zerfallenen Röschen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech. Pinsle jede Scheibe und jedes Röschen mit etwas Olivenöl ein und salze alles. Ab in den Ofen für ca. 20-25 Minuten, bis die Ränder schön gebräunt sind.

Parallel die Salzkartoffeln zubereiten.

Ebenfalls parallel die Butter mit den 4 EL Olivenöl in einem kleinen Töpfchen zerlassen und den Oregano einrühren. Die Kapern zugeben und alles kurz aufschäumen lassen. Dann die Temperatur ganz klein stellen und nur noch warm halten. Erst kurz vor dem Servieren den Zitronensaft unterrühren (Vitamin C ist hitzeempfindlich!).

Richte die Blumenkohlsteaks und die Kartoffeln auf einem Teller an. Mahle weißen Pfeffer über den Blumenkohl und löffle die Zitronen-Kapernbutter darüber.

Lass es Dir schmecken!

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4 Comments

  • Heinemann Renate

    Liebe Oda,
    Schon beim Lesen des Rezeptes läuft mir das Wasser im Mund zusammen.
    Blumenkohl steht schon auf meiner Einkaufsliste!!
    Die Geschichte mit dem Blumenkohl bei deinen Eltern ist köstlich👍😂
    Liebe Grüße von Renate

    • Odette

      Wie schön, dass Dich dieses Rezept so abholt! Meine Mama musste beim Lesen meines Artikels selber über sich lachen… 😁
      Ganz liebe Grüße zurück! 🙋🏻‍♀️

  • Claudia

    Ach liebe Oda, für den Fall, dass ich mich wiederhole, lies einfach erst die übernächste Zeile: Ich liebe deine erfrischend ehrlichen und immer humorvoll gespickten Texte, die doch immer Themen ansprechen, die auch weh tun können.
    Ich kenne diese Erkenntnis, „etwas“ nicht zu Ende bringen zu können bzw. zu erkennen, dass man nicht das geplante Ende nicht um jeden Preis herbeiführen wird. Und auch das Gefühl, mit dieser Entscheidung EINS zu sein, auch wenn viele vielleicht sagen „aber jetzt bist du doch schon sooo weit“ – wobei wir wieder bei der Frage aller Fragen sind: Warum glauben andere immer ganz genau zu wissen, was du kannst und was das Beste für dich ist, aber nie wissen sie es für sich selber? Gut, aber ich komme wieder mal vom Thema ab.
    Dein Blog war meines Blogs Geburtshelfer und schon allein dafür bin ich ihm dankbar. Ernährungsberater gibt es wie Sand am Meer und da gibts wirklich schon genug – aber ohne deinen Blog würds meinen nicht geben – ich hab meine Prioritäten gesetzt … *fettesgrins.
    Grundsätzlich stell ich mir aber auch grad die Frage, ob ein Hobby, das man zum Beruf macht, dann immer noch ein geliebtes Hobby ist, oder ob man sich dann des Glücks der Freiwilligkeit beraubt? Ist es dann nicht irgendwie so, wie wenn man sich in den alten Freund verliebt, und danach zwar einen tollen Partner, aber keinen guten Freund mehr hat….. Ach, schon wieder weit weg vom Thema….. mit Blumenkohl halte ich es wie deine Mama…. und genau die Variante, die dein – Gott hab ihn selig – Vater so mochte, mag ich überhaupt nicht. Aber dein Blumenkohl-Steak mit Kapernbutter – oh mein Gott – das hätte ich echt sooo gern und wird hier vorgemerkt – für bessere Zeiten ohne Reha… liebe Grüße aus der Anstalt.

    • Odette

      Liebste Claudia,
      vielen Dank für diesen tollen und ausführlichen Kommentar! Dass ich Dinge begeistert anfange und dann auf halber Strecke das Interesse verliere ist irgendwie eine „Story of my life“. 😅 Ich habe das lange auf mein Sternzeichen geschoben; ich bin nämlich Zwilling und kann nichts dafür 😇, Zwillinge lassen sich immer schnell begeistern, können sich aber auch auf nix festlegen. Aber wahrscheinlich ist es nur eine Charakterschwäche, die nichts mit den Sternen zu tun hat! 😂 Aber es ist okay und stehe dazu. Und Ernährungsberater gibt‘s wirklich wie Sand am Meer. Seit ich das studiere, fühle ich mich von ihnen umzingelt und denke, dass andere möglicherweise auch besser dafür geeignet sind.
      Die Frage, ob ein Hobby auch ein Beruf sein könnte oder sollte, ist eine gute Frage. Grundsätzlich sollte man seinen Job schon gerne machen. Dafür verbringt man einfach zu viel Zeit damit. Aber nicht jeder begeisterte Hobbykoch sollte ein Restaurant aufmachen. Nur so zum Beispiel.
      Ich freu mich auf jeden Fall, Deinen Blog mit angeschubst zu haben. Wer weiß, was sich daraus noch entwickelt…

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