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Veganer Brotaufstrich: Pilzcreme

Auf grau-braunem Untergrund steht eine schwarze Schale mit brauner Pilzcreme, getoppt mit drei Scheiben gebratenem Champignon und Schnittlauch. Rechts davon liegt ein Streichmesser mit dekoriertem Griff. Oberhalb eine etwas zerknüllte braune Papiertüte, darauf frische Shiitake und Champignons. Daneben eine angebrochene Knolle schwarzer Knoblauch und eine einzelne Zehe. Links daneben ragt ein rundes Holzbrett mit zwei Scheiben Vollkornbrot ins Bild.

Bevor ich hier das Wort „vegan“ in den Mund nehme, muss ich immer mindestens dreimal meine Zutatenliste lesen um sicher zu sein, dass das Rezept auch wirklich vegan ist. Diese Pilzcreme ist ziemlich vegan. Ziemlich? Ja, ziemlich. Näheres erkläre ich Dir weiter unten, hihi. Falls Du eh nicht vegan lebst, können Dir die Feinheiten wurscht sein (schönes Wortspiel, gell?). Also egal ob vegan oder nicht, diese Pilzcreme ist einer meiner derzeit liebsten Brotaufstriche! Denn ich habe ja vor mehr als einem Jahr beschlossen, weniger Fleisch und schon mal überhaupt keinen Aufschnitt mehr zu essen. Wenn Du mir schon länger folgst, erinnerst Du Dich sicher, dass ich hier schon die Artischockencreme mit Tomaten und Basilikum sowie die Creme aus Brokkolistielen vorgestellt habe. Jetzt also Pilze. Ich liebe Pilze! Also war es naheliegend, mich an einer Pilzcreme zu versuchen.

Pilze sind wahre gesundheitliche Wunderwaffen. Sie sind reich an Antioxidanzien, die enorm wichtig zur Bekämpfung von freien Radikalen sind. Sie regulieren auf natürliche Weise die Blutfettwerte und den Cholesterinspiegel. Sie wirken entzündungshemmend, stärken unsere Abwehrkräfte und senken somit die Infektanfälligkeit. Was könnte in diesen Zeiten wichtiger sein? Aber es geht noch weiter: Unter Sonnenbestrahlung können Pilze eigenes Vitamin D erzeugen, daher kann man manchmal sogar derart bestrahlte Champignons im Supermarkt kaufen. Zudem sind Pilze sehr sättigend, haben dabei aber erfreulicherweise wenig Kalorien.

Gerade Shiitake sind besonders gesund. Sie gelten in der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und in der japanischen Heilkunde als Heilpilz. Sie stehen in dem Ruf, das Risiko für Krebs zu senken, bei schwerer Krebserkrankung die Lebenserwartung zu verlängern und werden vor allem in Japan begleitend zur Krebstherapie eingesetzt. Jawoll. Brauchst Du noch mehr gute Gründe für meine Pilzcreme? Ja? Okay, einen hab ich noch! In dieser Creme ist neben Champignons und Shiitake noch schwarzer Knoblauch enthalten. Schon mal gehört oder gesehen?

Ich kam darauf, weil Yotam Ottolenghi, ein von mir höchst geschätzter Koch und Kochbuchautor, in einem seiner jüngeren Bücher Rezepte mit schwarzem Knoblauch veröffentlichte. Das fand ich – neugierig wie ich bin – super spannend! Schwarzer Knoblauch war früher mal ganz normaler weißer Knoblauch. Durch Fermentation über mehrere Wochen erhält er eine karamellartige Konsistenz, eine gewisse Süße und die schwarze Farbe. Schwarzer Knoblauch ist noch gesünder als normaler Knoblauch, denn er enthält noch mehr entzündungshemmende Stoffe und Antioxidanzien. Somit ist diese Pilzcreme also sozusagen ein Doppelbooster für Deine Gesundheit!

Ach, uuund – was ich fast vergessen hätte – schwarzer Knoblauch hinterlässt nicht die gefürchtete Knoblauchfahne! Den kannst Du also auch essen, wenn Du morgen einen Zahnarzttermin hast! Jetzt fragst Du Dich vermutlich, wo Du schwarzen Knoblauch herbekommen sollst, weil Du den im Supermarkt noch nie gesehen hast?! Kein Problem. Den gibt‘s im Bioladen, im Feinkosthandel oder ganz einfach im Internet beim Bestellriesen. Nicht erschrecken ob der Preise; die Herstellung ist halt zeitaufwändig und leider nix, was man selber machen könnte. Aber ich finde, der Versuch lohnt sich!

So, und jetzt ran an diese super gesunde Umami-Bombe!

Man nehme

  • 60 g Cashewkerne (1 Stunde in kaltem Wasser eingeweicht)
  • 150 g Pilze, ungefähr 50/50 Champignons und Shiitake. Du kannst aber auch nur eine Sorte nehmen!
  • 1 rote Zwiebel, fein gehackt
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 Zehen schwarzer Knoblauch
  • 2 EL Tamari oder Sojasauce
  • 1 EL Coconut Aminos (das ist eine vegane Würzsauce aus Kokosblütennektar) diese Sauce musst Du aber vermutlich zusammen mit dem schwarzen Knoblauch bestellen, sie ist leider ähnlich schwer im Handel zu bekommen… Alternativ kannst Du aber 1 EL Oyster Sauce verwenden (Achtung, mit Oyster Sauce ist die Creme nicht mehr vegan und nichtmal mehr vegetarisch! Wie der Name schon sagt, ist ein Extrakt aus Austern drin! Ein Rezept für eine vegane Oyster Sauce zum Selbermachen findest Du hier.). Was ich sagen will: Oyster Sauce schmeckt in diesem Rezept auch super gut, ich mache beide Varianten immer wieder.
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • evtl. 1 Spritzer Zitrone (vor allem, wenn Du Coconut Aminos verwendest, weil das je nach Marke einen gewissen Zuckeranteil hat)

So geht’s

Wie oben schon beschrieben müssen zu allererst die Cashewkerne in kaltem Wasser eingeweicht werden.

Die Pilze ggf. abbürsten und grob würfeln. Zusammen mit der feingehackten roten Zwiebel in 2 EL Olivenöl bei mittlerer Temperatur andünsten, bis die Pilze weich und hellbraun werden. Etwas abkühlen lassen.

Die Cashewkerne abtropfen lassen und in einen Mixtopf geben. Die Pilzmischung, den schwarzen Knoblauch, 2 EL Olivenöl, Sojasauce und Coconut Aminos oder Oyster Sauce und ein paar Umdrehungen schwarzer Pfeffer aus der Mühle dazugeben und mit der Küchenmaschine oder einem Pürierstab fein pürieren.

Nochmal abschmecken und evtl. einen Spritzer Zitrone drangeben. Fertig!

Die Pilzcreme hält sich im Kühlschrank eine Woche, allerdings wird sie bei mir selten so alt. Sie schmeckt pur auf‘s Brot, mit ein bisschen Schnittlauch, ein paar Sprossen, etwas Rucola oder ein paar Scheiben Gurke. Dem besten Mann von allen hab ich sie auch schon unter Schinken gemogelt – fand er sehr lecker!

Lass es Dir schmecken!

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3 Comments

  • Claudia

    Also ich bin grad echt verblüfft über die gesundheitlichen Faktoren von Pilzen…noch nie gehört und schon in vielen Vorträgen gewesen 🙄🤷🏼‍♀️…aber ich bin ja für alles offen, denn bis jetzt hab ich nur gelesen, dass Champignons schwer verdaulich sind und auf keinen Fall aufgewärmt werden sollen, also IMMER alles mit VORSICHT, denn der Tod kommt schneller als du denkst ..uhhhhh 🤣
    TCM find ich immer extrem interessant, also werde ich mich vl doch mal an die Pilzcreme wagen – den schwarzen Knoblauch muss ich nicht unbedingt haben, bin froh, wenn mich der Zahnarzt nicht lange aushält 😉 und in Zeiten von FFP2 leidet man ansonsten eh ganz für sich alleine 🤣
    Optisch fällt die Creme bei mir leider durch 🤷🏼‍♀️, geschmacklich werde ich sie vielleicht beurteilen, denn Aussehen ist ja wurscht, und „Veganität“ sowieso 😉

    • Odette

      Ja, ich gebe zu, dass die Creme optisch kein Highlight ist! 😬 Und ich habe wirklich versucht, das Beste rauszuholen! 😅 Aber pürierte Pilze mit Sojasauce sind nunmal braun, da machste nix! 😆 Hier kommt’s wirklich mal (wieder) auf die inneren Werte an! Und das mit dem Aufwärmen stammt aus einer Zeit, in der es noch keine Kühlketten gab. Dieser Punkt ist glücklicherweise überholt, wenn Du warme Pilze schnell abkühlen lässt und dann im Kühlschrank lagerst. Dann kannst Du sie problemlos nochmal aufwärmen. 🤓☝🏻

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