Monatsrückblick,  Persönliches

Monatsrückblick: Bye bye Dezember

Düsseldorf bei Nacht. Blick über ein Gewässer, in dem sich beleuchtete Hochhäuser spiegeln.
Blick über den Schwanenspiegel in Düsseldorf

Kinder, wie die Zeit vergeht. Schwupps, ist der Dezember auch schon wieder vorbei. Diese Tage sind mir nur so um die Ohren geflogen. Viel, viel Arbeit im Job, inklusive Überstunden, und Weihnachten vor der Brust. Geschenke kaufen, Plätzchen backen, Baum schmücken, Mahlzeiten planen. Und dazwischen schon ein paar Feste, die gefeiert werden wollten. Grundsätzlich mag ich den Dezember, die Idee von Weihnachten. Also die altmodische Idee im Sinne von „Alles ist hübsch beleuchtet, Plätzchenduft zieht durch‘s Haus, während draußen Schnee fällt und drinnen der Kamin flackert“. Das hat zwar leider oft nichts mit der Realität zu tun, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen!

Schon seit Jahren verabrede ich mich mit der Lieblingstochter im Dezember zum Weihnachtsshopping. Wir nehmen uns frei und fahren an einem Wochentag morgens zusammen nach Düsseldorf, bummeln über die Kö und durch die Altstadt, besuchen in der Regel immer die gleichen, vorher schon feststehenden Geschäfte („…und wir müssen unbedingt zu…“) und gehen am späten Mittag irgendwo essen. Der Tag endet dann mit müden Beinen und vollen Tüten gegen 19 Uhr.

Letztes Jahr fiel dieser Bummel aus bekannten Gründen aus; dieses Jahr fand er unter ganz frischen „2G-Regeln“ statt. Großartig, kann ich nur sagen. Wir haben noch nie einen so entspannten Tag in der Vorweihnachtszeit in Düsseldorf verbracht. Es waren keine Reisebusse mit Holländern oder anderen Touristen unterwegs und insgesamt war wirklich sehr wenig los. Nirgendwo Warteschlangen, selbst bei Zara an der Umkleide nicht. Faszinierend.

[Ergänzend muss ich aber hinzufügen, dass ich mich „zwischen den Jahren“ mit einem Freund in der Stadt verabredet hatte und die Situation da ganz anders aussah. Eine völlig überfüllte Innenstadt und alles voller Holländer, die zu Hause dem Lockdown entflohen waren, um in Düsseldorf shoppen zu gehen. Irgendwas haben die nicht verstanden… (Versteh mich nicht falsch, wir fahren natürlich auch oft nach Holland zum Einkaufen – das macht man hier einfach so im grenznahen Gebiet. Aber Lockdown ist Lockdown, da bleibt man bitte mit seinem Hintern zu Hause!)]

So, zurück zum Mutter-Tochter-Ausflug. Zum Mittagessen waren wir bei Münstermann‘s Kontor wo wir früher schon immer gerne hingegangen sind. Hier gab es die einzige kleine Warteschlange des Tages (bestehend aus uns beiden) und nach kurzer Wartezeit bekamen wir zwei Plätze in dem wirklich vollbesetzten Restaurant. Dies ist einer der Läden, in denen man an langen Tischen mit anderen Menschen zusammensitzt. Ich liebe das. Also vor Corona. Jetzt fühlt sich das zugegebenermaßen schon ein bisschen merkwürdig an. Da können alle noch so geimpft und/oder genesen sein. Wir haben zur inneren Desinfektion (und um den besonderen Anlass angemessen zu feiern) dann erstmal einen Wein bestellt, alle Bedenken mit Schwung über Bord geworfen und das Essen genossen. Der Besuch lohnt sich einfach immer wieder.

Der Dezember ist ja normalerweise auch die Zeit der Weihnachtsfeiern mit den Kolleg*innen. Aber es ist ja immer noch wenig normal in diesem Jahr… Mit den neuen Kolleg*innen hatte ich bereits Ende September ein schönes Teamdinner. Aber meine beiden liebsten ehemaligen Kolleginnen und ich wollten uns auch zu einer kleinen Weihnachtsfeier verabreden. Mit schönen Traditionen soll man ja nicht brechen! Und weil die Planung lief, als gerade mal wieder alles ganz ungewiss war und unsere Nachbarländer in die nächsten Lockdowns schlitterten, habe ich die Mädels einfach zu mir nach Hause zum Raclette eingeladen. Merke: Man muss nicht zwingend ausgehen, um Spaß zu haben!

Kurz vor Weihnachten fand dann – ebenfalls in langjähriger Tradition – das legendäre Wintergrillen bei meinem Schwager und meiner Schwägerin statt. Es findet bei jedem Wetter draußen statt (notfalls überdacht) und es gibt – neben reichlich Getränken – ausschließlich Würstchen vom Grill im Brötchen mit Ketchup oder Senf. Sonst nix. Keine fancy Salate oder sonstigen Beilagen. Man trifft Familie und Bekannte, die man immer nur bei dieser Gelegenheit trifft. Eine echt schöne Tradition und viel coronakonformer kann man wohl kaum feiern!

Weihnachten selbst fand dieses Jahr dann fast wieder in normalem Umfang statt. Im engeren Familienkreis, alle geimpft, genesen, geboostert und zusätzlich alle noch getestet. Joh. Und weil das hier ein Kochblog ist, interessiert Dich vielleicht, was es zu essen gab? Heiligabend gibt‘s bei uns in der Regel ein asiatisches Fondue. Entweder ein Sukiyaki oder – wie in diesem Jahr – ein Fischfondue mit einer würzigen Brühe. Der Sohn besorgt den Fisch in Sushi-Qualität beim Japaner in Düsseldorf (den ich dann zum größten Teil einfach roh esse), es gibt diverse Gemüse und Dip-Saucen. Omnomnom.

Am ersten Feiertag findet – mal abgesehen vom letzten Jahr – immer der große Familien-Brunch statt. Mit Kind und Kegel waren wir da schon manchmal so 25 Leute; nicht so in diesem Jahr. Dieser Brunch ist ein Wanderpokal, der diesmal Gottseidank nicht bei uns stattgefunden hat. Prima, da ist nämlich für Verpflegung gesorgt und abends gab‘s bei uns dann nur noch einen schlichten, aber herzhaften Eintopf aus roten Adzuki-Bohnen und Gemüse mit Miso gewürzt.

Am zweiten Feiertag haben wir ein interessantes Experiment gewagt. Der Sohn hat nämlich vor einigen Wochen beschlossen, fortan vegan zu leben. Noch gönnt er sich seltene Ausnahmen (you know: Fischfondue ist nämlich nicht vegan) und er versucht, möglichst wenig anstrengend zu sein, was wir ihm hoch anrechnen. Nichtsdestotrotz möchte ich natürlich alle meine Kinder kulinarisch glücklich machen und das gilt ganz besonders für Weihnachten.

Wir haben also ein vegetarisches Roastbeef zubereitet, mit einer Grundmasse aus Seitan, die kräftig gewürzt und mit Rote Bete für eine schöne Farbe versehen wurde. Das Ganze wurde dann im Prinzip wie ein Braten gegart und es gab eine leckere Sauce dazu. Der Braten sah aber leider nicht annähernd so aus, wie auf dem Foto zum Rezept; war aber geschmacklich ganz okay. Mit Luft nach oben. Wir haben noch eine halbe Packung Weizengluten (aus der man den Seitan macht) und werden da demnächst nochmal nach eigenem Gusto versuchen, den Braten zu perfektionieren. Wenn das gelingt, lasse ich Dich das wissen! *Zwinker

Zwischen all den Mahlzeiten gab’s ein bisschen Weihnachtskino, siehe unten. Und schneller als man gucken kann, sind die Feiertage auch schon wieder vorbei. Und dann fällt man ja immer dieses merkwürdige Vakuum namens „Zwischen den Jahren“, wie man so schön sagt. Silvester haben wir ganz gemütlich mit Freunden gefeiert. Es gab Rote Bete mit Rucola-Walnuss-Pesto zur Vorspeise, Lachs im Salzmantel mit Orangen-Hollandaise, Kartoffeln und Salat zum Hauptgang und Espresso mit ein bisschen Schoki zum Dessert.

Gelesen

Besser gesagt angefangen: Selbst investiert die Frau von Christiane von Hardenberg. Ich denke, dass wir uns mal mit dem Thema Geldanlange auseinander setzen sollten. Besser spät als nie… Wenn ich sage „wir“, meint das „ich“. Denn der beste Mann von allen hält sich da raus und sagt „klar, mach mal!“. Das Problem an der Sache ist, dass Zahlen noch nie mein Ding waren (deswegen ist das hier auch kein Wirtschafts-Blog) und dass mich das Thema Geld echt nervt. Ich möchte mir darüber einfach keine Gedanken machen müssen. Weder weil ich vielleicht keins habe, noch weil ich vielleicht zu viel habe. Ich bin eher der Typ mit dem Sparbuch und Null Risikobereitschaft, nur dass das in den heutigen Zeiten nicht mehr funktioniert. Eine Lösung für das Problem habe ich noch nicht gefunden; dieses Buch hat mich jedenfalls bis jetzt noch nicht weitergebracht.

Auch angefangen und abgebrochen: Die Unsterblichen von Chloe Benjamin. „Wie würdest Du leben, wenn Du wüsstest, an welchem Tag Du stirbst?“. Vier Geschwisterkinder besuchen eine Wahrsagerin und erfahren dort den Zeitpunkt ihres Todes. Das ist die Vorgeschichte. Anschließend wird die Lebensgeschichte jedes Einzelnen (inklusive dessen Tod) erzählt. Ich bin allerdings nur bis Kind Nummer zwei gekommen und habe das Buch dann (insgesamt nach dem ersten Drittel – die anderen beiden Kinder sterben anscheinend später) abgebrochen, weil ich feststellen musste, dass mich diese Leute und deren Leben echt nicht interessieren. Das Buch war ein Bestseller und wurde hochgelobt; mich hat es leider überhaupt nicht abgeholt.

Gesehen

Mit dem Mann New Amsterdam verschlungen. Eine Krankenhaus-Serie; leider gibt es erst eine Staffel auf Netflix. Das New Amsterdam ist ein öffentliches Krankenhaus in NYC und die Serie erzählt die Geschichten der Ärzte und der Patienten. Natürlich gelingt jede Folge eine wundersame Heilung, es gibt äußerst seltene Krankheitsbilder, die natürlich trotzdem sehr schnell erkannt werden (Dr. House lässt grüßen; andere Arzt-Serien zum Vergleich kenne ich leider nicht…) und die Onkologin läuft den ganzen Tag in Bleistiftröcken und Stilettos durch‘s Krankenhaus. Soweit, so unrealistisch. Trotzdem hat uns diese Serie bestens unterhalten. Das Verhältnis von Witz, Drama und Liebe ist genau richtig, die privaten Geschichten der behandelnden Ärzte sind interessant und die Besetzung ist gut. Wir freuen uns jetzt schon auf Staffel 2! Wer TVNOW abonniert hat, kann die ersten drei Staffeln auch dort sehen.

Mit Mann und Tochter (und einen Film sogar auch mit dem Sohn gesehen): Harry Potter, Teile 1-4. Dieses Jahr haben wir keinen einzigen echten Weihnachtsfilm gesehen! Weder „Tatsächlich Liebe“, noch „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Dafür haben wir an allen Adventswochenenden einen Teil von Harry Potter gesehen. Und ich muss sagen, dass mir das nach 20 Jahren (schluck!) Spaß gemacht hat. Die restlichen Filme sehen wir dann im Januar.

Und dann war ich seit 2 Jahren mal wieder im Kino und habe mit dem Mann House of Gucci gesehen. Der Film hat uns sehr gefallen und Lady Gaga in der weiblichen Hauptrolle war einfach großartig. Dass sie mich als Schauspielerin begeistert, hab ich ja hier schon mal erwähnt. Die Ausstattung des Films war toll, die Geschichte interessant und ich kann verstehen, dass die Gucci Familie not amused war, wie sie im Film dargestellt wurde.

Neue Kochbücher

An Heiligabend sind zwei neue Kochbücher bei mir eingezogen. Der beste Mann von allen hat mir – als kleines zusätzliches Überraschungsgeschenk – zum ersten Mal in unserer laaaaangen Beziehung ein Kochbuch geschenkt! Und zwar Mittelmeerküche von Claudia Roden. Er hatte eine Empfehlung in einer Zeitschrift gelesen und dachte sich, dass mir dieses Buch gefallen könnte. Und es gefällt mir so gut! Es vereint Rezepte aus Spanien, Frankreich, Italien und dem arabischen Raum. Manche sind Klassiker, wie Peperonata oder Daube Provençale, aber es finden sich auch spannende Kreationen, die mir richtig Lust auf‘s Ausprobieren machen, wie z.B. Auberginen in würziger Honigsauce mit Ziegenfrischkäse, ein katalanischer Fischeintopf namens Bulinada oder syrische Lammhackbällchen mit Sauerkirschen.

Das zweite Buch haben mir die Kinder geschenkt: Polpo von Russell Norman. In der englischsprachigen Ausgabe, was ganz schön schlau war, denn nur in der Originalversion hat es dieses hübsche Cover:

Foto des Covers des Kochbuchs „Polpo“, auf dem ein gezeichneter Oktopus Kopf steht.

Dieses Kochbuch dreht sich also um die venezianische Küche, aber nicht auf die „Laaangweilig, noch ein italienisches Kochbuch“-Art! Der Autor betreibt seit Jahren das erfolgreiche Restaurant Polpo in London und die Rezepte dieses Buchs sind allesamt unkomplizierte Gerichte im Polpo-Style, die man am besten in die Mitte des Tischs stellt und teilt. So, wie der Autor das in den kleinen Restaurants und Wein-Bars in den unscheinbaren Seitengassen von Venedig kennengelernt hat. Beim Umblättern jeder Seite dachte ich „Mmmmhhh, jaaa, das will ich!“. Also wenn noch ein italienisches Kochbuch in meiner Sammlung fehlte, dann definitiv dieses!

Dieser Beitrag enthält Marken-, Menschen-, Orts- und Produktnennungen sowie Verlinkungen. Dies gilt nach derzeitiger Rechtslage als Werbung und somit kennzeichne ich diesen Beitrag als WERBUNG. Dennoch gilt: Alle hier genannten Produkte, Marken, Menschen oder Orte sind als persönliche und unentgeltliche Empfehlung zu betrachten! Jede bezahlte Kooperation wird immer als solche gekennzeichnet.

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2 Comments

  • Claudia

    Ich freu mich immer wieder auf deine Beiträge und Monatsrückblicke. Letzter sind auch immer eine schöne Erinnerung, dass ich mich mit meinem ranhalten muss 😉

    Aus gesundheitlich bedenklichen Gründen find ich die 2G-Regeln beim Einkaufen (und unseren abermaligen Lockdown und Erschwernisse für „Ungeimpfte“) nicht ganz so „angenehm“ und würde weihnachtliches Treiben mehr wünschen als eine Zweiklassengesellschaft, aber das ist eine andere Geschichte 😉

    Einen Einkauftag mit der Tochter würd ich einfach prima finden, aber das scheitert ja in meinem Fall schon mal an der „Tochter“, also hoffe ich auf die noch gewillte Schwiegertochter oder Enkelin 😉, denn das klingt wirklich prima.

    Dass einer der „meinen“ plötzlich Veganer oder Vegetarier wäre, würd mich in meiner Lust mich in der Küche auszuleben extrem einschränken, weswegen ich froh bin, dass die „vegetarischen“ Anfälle, die jeder meiner Söhne in seiner pubertären Entwicklung einmal ausgelebt hab, sich dadurch schnell relativierten, dass wir ihnen erklärten, dass der Cheeseburger bei McD absolut nichts mit vegetarischer Ernährung zu tun hat 🤣 Aber grundsätzlich bin ich sehr glücklich darüber, dass meine Entwicklung in Richtung Selbstversorgung von allen unterstützt wird, folglich auch das gerne gegessen wird, was wir selber „großziehen“

    Bei Harry Potter bin ich raus – immer schon 😉 aber NewAmsterdam hab ich „live“ im echten TV mitverfolgt, denn Arztserien sind für mich schon immer ein Magnet gewesen (ER, GreysAnatomy und so weiter und so fort – ich kenne sie alle 🤣)

    Abschließend: Das Wintergrillen und auch die Einfachheit dahinter find ich einfach mega – eine wunderschöne Tradition, bei der ich gerne „Mitglied“ wäre.

    • Odette

      Ach, ich empfinde den plötzlichen Veganismus gar nicht so sehr als Einschränkung. Ist ja nicht so, als würde der Sohn dreimal die Woche bei uns am Tisch sitzen. Das kommt eher so zweimal im Monat vor… 😅 Und ich koche inzwischen überwiegend vegetarisch und relativ regelmäßig auch vegan; Fleisch- und/oder Fischmahlzeiten gibt es nur eine bis zwei pro Woche. Von daher ist das nicht so problematisch und reizt mich eher dazu, neue Sachen auszuprobieren. Wenn der Mann plötzlich vegan leben wollte (was ihm im Traum nicht einfiele), wäre das schon eine ganz andere Herausforderung… 😄

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