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Lauwarmer Grüne-Bohnen-Salat mit Tomaten und Pfifferlingen

Lauwarmer Grüne-Bohnen-Salat mit halbierten Cocktailtomaten, gebratenen Pfifferlingen und vielen Lauchzwiebelröllchen in einer weißen Porzellanschale, die auf einem weißen, etwas zerknülltem Leinenstoff steht. Daneben ein rustikaler Löffel aus Holz; von oben ragen Lauchzwiebeln ins Bild.


Grüne Bohnen und ich hatten einen äußerst schwierigen Start. Ich esse wirklich fast alles. Gut, allergiebedingt darf ich nicht alles essen, aber ich würde diese verbotenen Dinge zum Beispiel alle gerne essen, wenn ich könnte. Das, was ich nicht esse, liegt fast alles in kulinarischen Kindheitstraumata begründet. Dazu gehört, allen voran, zunächst mal Blutwurst! Als kleines Kind liebte ich den Erzählungen nach Blutwurst. Dann wurde ich krank – nicht wegen der Blutwurst, einfach nur so. Aber ich hatte ein Brot mit Blutwurst zum Abendessen gegessen und musste mich dann in der Nacht heftig übergeben und das war‘s dann mit der Blutwurst und mir. Ein No-Go bis heute, obwohl ich es vor wenigen Jahren nochmal vorsichtig probiert habe. Geht nur leider gar nicht.

Mein zweiter Horror ist Steckrüben-Eintopf mit Gänseklein, den mein Vater sehr liebte (meine Mutter vielleicht auch, aber irgendwie hab ich in Erinnerung, dass mein Vater das besonders mochte). Den gab‘s also Gottseidank nur im Winter, aber sicher öfter als nur einmal. Wobei es selten öfter als einmal Gans gab. Hm. Ein Mysterium, das ich mit meiner Mutter nochmal klären muss. Denn gefühlt gab‘s den mehrfach von November bis Februar – vielleicht also auch mit anderem Fleisch – und ich habe ihn gehasst. Steckrüben kann ich bis heute nicht essen. Auch die habe ich vor nicht allzu langer Zeit nochmal probiert und: No Sir!

Und das dritte Trauma ist Grüne-Bohnen-Eintopf mit Hammelfleisch. Igittigitt. Meine Mutter hat oft Eintöpfe gemacht. Grundsätzlich super, ich liebe Eintöpfe. Aber Grüne Bohnen mit Hammelfleisch – geh mir weg. Während ich das hier schreibe, weiß ich noch, wie das gerochen hat. (Hier fehlt mir jetzt der grüne „Ich-kotz-gleich-Emoji“…). Ich glaube, Hammelfleisch gibt‘s inzwischen gar nicht mehr zu kaufen? Auf jeden Fall riecht und schmeckt das richtig streng und in Verbindung mit zu Tode gekochten Grünen Bohnen war das mein persönlicher Albtraum. Gut, dass wir einen Hund hatten, der erwartungsvoll unter dem Tisch saß und den ich heimlich mit dem gesamten Fleisch gefüttert habe. Gottseidank habe ich die Mittagessen alleine eingenommen, wenn ich spät aus der Schule kam, so, dass das nicht weiter auffiel.

Als ich dann selber anfing zu kochen, stellte ich fest, dass Grüne Bohnen für sich genommen gar nicht so blöd sind. Und wenn man sie so zubereitet, wie in diesem Rezept, sind sie sogar ganz köstlich! Und keiner kann behaupten, dass mein Timing mal wieder mies ist, denn es gibt aktuell frische Grüne Bohnen in Hülle und Fülle! Es gibt frische Pfifferlinge. Und es gibt jetzt die ersten Freilandtomaten, die – trotz des vielen Regens – super lecker und aromatisch sind. Also los, worauf wartest Du noch?

Das Rezept reicht für 3 Personen als Hauptmahlzeit, für 4 Personen als Beilage – zum Beispiel zu gegrillten Lammkoteletts. Reste kannst Du wunderbar am nächsten Tag als Mittagessen mit ins Büro nehmen (oder im Homeoffice verspeisen); sie sind hier also mehr als willkommen! Du kannst aber natürlich auch die Zutaten einfach halbieren und eine kleinere Portion machen.

Ach und wo wir gerade über Pfifferlinge sprechen, möchte ich Dir noch diesen Beitrag vom letzten Jahr in Erinnerung rufen. Du willst ja sicher öfter als einmal frische Pfifferlinge essen?!

Man nehme

  • 500 g lange grüne Bohnen, geputzt aber nicht kleingeschnitten! Meine waren ca. 20 cm lang, aber kürzere Bohnen gehen natürlich auch. Da geht‘s nur um die Optik beim Servieren.
  • 1 große Zwiebel, gewürfelt
  • 2 TL Bohnenkraut, getrocknet. Falls Du frisches verwendest, kannst Du ruhig großzügig sein. Ich schmeiße dann immer die ganzen Zweige mit in die Pfanne. Die Blättchen fallen während des Garvorgangs von alleine ab und Du kannst die Zweige hinterher einfach raussammeln. Du kannst aber natürlich auch die Blättchen vorher abzupfen. Ganz wie Du magst.
  • 200 g Pfifferlinge, abgebürstet. Pilze bitte nie waschen, die saugen sich mit Wasser voll und darunter leidet das Aroma! Große Pilze halbiere ich.
  • 3-4 Lauchzwiebeln in Ringe geschnitten
  • 1 Handvoll kleine Strauchtomaten, halbiert
  • 2 EL Sherry-Essig
  • 4 EL Olivenöl plus mehr zum Braten
  • Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

So geht‘s

Gib einen guten Schuss Olivenöl in eine breite Pfanne (zu der Du einen Deckel hast) und brate die Zwiebelwürfel bei mittlerer Temperatur an. Wenn sie glasig werden, gib erst das Bohnenkraut dazu und dann die grünen Bohnen. Salzen, einen kleinen Schluck Wasser zugeben und sofort den Deckel auflegen. Ca. 8-10 Minuten bei milder Hitze köcheln lassen. Den Deckel abnehmen, die Bohnen einmal durchheben, Deckel wieder drauf und ca. weitere 5 Minuten garen. Gegebenenfalls noch einen Schluck Wasser zugeben, aber die Bohnen sollen nicht in Flüssigkeit schwimmen! Der Pfannenboden soll nur eben etwas feucht sein, damit die Bohnen nicht braten sondern eher dünsten.

Dann nochmal durchheben und die Tomaten über die grünen Bohnen verteilen. Platte aus und noch ein paar Minuten ziehen lassen. Ich gucke ehrlicherweise nie auf die Uhr, sondern mache das nach Gefühl. Die Garzeit hängt natürlich auch von der Art der Bohnen ab. Meine waren kräftige Stangenbohnen mit einem Durchmesser wie etwa mein kleiner Finger. Aber glaube mir, man sieht den Bohnen an, wenn sie fertig sind und die Tomaten sollen durch die Resthitze nur ganz leicht gegart werden.

Parallel kannst Du die Pfifferlinge fertig machen und zusammen mit den weißen Teilen der Frühlingszwiebeln ein paar Minuten anbraten. Dabei gleich zu Anfang salzen.

Die grünen Bohnen auf einer Platte dekorativ anrichten, Tomaten, Zwiebeln und Pfifferlinge darüber verteilen. Aus dem Essig und 4 EL Olivenöl mit etwas Salz und reichlich Pfeffer eine Vinaigrette rühren und über den Salat träufeln. Zum Schluss mit den grünen Lauchzwiebelröllchen bestreuen und lauwarm oder abgekühlt servieren.

Lass es Dir schmecken!

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7 Comments

  • Cathrin

    Köstlich geschrieben und garantiert ein besonders köstlicher Salat, den ich bestimmt demnächst meiner Familie kredenze –
    ( sie lieben grüne Bohnen alle sehr .. ;-)) … )
    Danke liebe Oda !!

    • Odette

      Ach Cathrin, wie schön, dass Du hier gucken warst – das freut mich so! Freut mich auch, dass ich Dich erheitern konnte und dass es den Salat möglicherweise demnächst auch in Eurem Hause geben wird! Dankeschön! 🙃💝😘

  • Claudia

    Oh, von Kindheitstraumata was Essen betrifft, kann ich auch ein Lied singen, während dabei auch mir der kotzende Smiley fehlt. Oft kann aber das Gericht gar nichts dafür, denn wenn eine Magen-Darm-Grippe steckt, und ein bestimmtes Gericht, das Entleeren des Mageninhalts in der Keramik-Abteilung nach sich zieht, brennt sich das ins Langzeitgedächtnis wie so manches Gekritzel von Steinzeitmenschen.
    Definitiv kein Fall von Krankheit sind in meinem Fall Gurkensauce, die „warm“ zu zähem Rindfleisch serviert wurde. Eine Gurkenflut des Gartens meiner Mutter hatte zu der Überdosis schrecklichen Essens geführt. Dazu muss man sagen, dass ich als junges Fräulein Fleisch oft vermieden hab,wenn es aber auf dem Tellere lag, gegessen werden sollte, und wenn man dann ein ungewolltes Stück Fleisch kalt werden lässt, schmeckt es und alles rund herum auf dem Teller einfach nur schrecklich. Dasselbe hab ich mit Leber praktiziert, welche ich so lange erkalten ließ, bis es im Mund nach 10 Minuten kauen ein ekelhafte, unmöglich runterzuschluckender trockener Brocken wurde, den ich mit sicherlich nicht willkommenen Lauten auswürgte.
    Ich war eine richtig nette Tochter, denke ich.
    Aber Leber (vorwiegend aber von Geflügel) mag ich mittlerweile, Gurken dürfen sich mir nur als Salat und roh nähern, würde sie aber aus Angst vor Überflutung niemals anbauen.
    Mit grünen Bohnen hab ich keinerlei Erinnerung, wobei ich die einfach so nicht so dolle mag…. Ich kann also kein Nachkochen versprechen 😉

    • Odette

      Ooohhh, da muss ich Dich gleich vorwarnen: Schmorgurken liebe ich und da gibt‘s demnächst hier auch ein Rezept auf dem Blog! Aber ich konnte Dich ja schon zu Blumenkohl bekehren – wer weiß also, was da noch alles möglich ist?! 😅
      Erfahrung mit zu Tode gebratener Leber habe ich auch schon gemacht, die ist wirklich völlig ungenießbar. Und kalte Leber ist auch nicht so geil, das stimmt wohl… 🥴😂 Ich bin froh, aus diesen „es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“-Fehlern meiner Mutter gelernt zu haben. Meine Kinder mussten zwar immer alles probieren, aber nichts essen, was sie nicht mochten. Im Zweifelsfall gab‘s ein Brot. 🤷🏻‍♀️

  • Heinemann Renate

    Liebe Oda,
    Du tust mir ja richtig leid mit Deinen Kindheitstraumata, was das Essen betrifft. 😉Obwohl ich Fastvegitarierin bin, liebe ich Blutwurst gebraten oder auf dem Brot mit Senf.😋
    Steckrüben – natürlich ohne jede Beilage – sind für mich eine Kreigserinnerung. Muss nicht sein.😟
    Hammelfleisch gibt es bei uns glaube ich gar nicht mehr. Lammfleisch dagegen finde ich köstlich.
    Grüne Bohnen, Pfifferlinge, Tomaten etc. Hört sich gut an, werde ich probieren 👍
    Auf die Schmorgurken freue ich mich schon 👍🌻

    • Odette

      Liebe Renate,
      gerade stelle ich fest, dass ich Deinen Kommentar zwar gelesen, aber bislang nicht beantwortet habe! 😅 Tut mir leid! Und Du hast völlig recht, kulinarische Kriegserinnerungen braucht wirklich kein Mensch! Und schon mal gar nicht, wenn sie mit Steckrüben zusammenhängen! 😝
      Die Schmorgurken folgen bald, versprochen! 💝

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