Rezepte

Monatsrückblick: Bye bye August

In der Natur. Ein Kiesweg führt aus dem Schatten auf eine von der Sonne beschienene schmale Brücke mit einem Holzgeländer, das Schatten wirft. Üppiges Grün ringsum.

Der August begann mit dem Umzug des Lieblingssohns. Nicht werweißwohin, sondern von einem WG-Zimmer in ein anderes, größeres. Den Flur hoch und eine Tür weiter. Er hat die Wände frisch gestrichen und uns sein neues Reich vorgeführt. Und anschließend waren wir Dim Sum essen. In einem kleinen China-Restaurant namens Tsun-Gai in Düsseldorf. Von außen (und innen) ein völlig unscheinbarer Laden, wenn sie nicht ihre Tür mit Auszeichnungen gepflastert hätten. Es gibt eine Speisekarte die in etwa so lang ist, wie der Weg von Düsseldorf nach China. Was aber viel interessanter ist, ist die große Auswahl an Dim Sum; kleine Köstlichkeiten, die in die Mitte des Tischs gestellt werden und die man dann (mehr oder weniger) einträchtig teilt.

Vegetarier (ganz zu schweigen von Veganern) sind hier übrigens falsch, die Gerichte sind fast alle sehr fleisch- und/oder fischlastig. Man sollte auch keine Glutenunverträglichkeit haben (Unmengen an gefüllten Teigtäschchen und Dampfbrötchen) und muss auch großzügig darüber hinwegsehen können, dass es wohl kein Gericht auf der Karte gibt, das keinen Geschmacksverstärker enthält. Aber dafür kann man dort Dim Sum essen, für die man sonst vermutlich wirklich nach China fahren müsste: Wie wäre es mit in Essig eingelegten Hühnerfüßen? Seequallenstreifen? Oder frittierte Entenzungen? Letztere haben wir tatsächlich bestellt und probiert. Nur der beste Mann von allen wollte nicht. Obwohl da Fleisch im Spiel war. Komisch. An den Entenzungen war übrigens – Überraschung – insgesamt wenig dran und sie schmeckten in erster Linie nach dem knusprigen Teigmantel drumrum. Kann man machen, war okay, würde ich aber nicht nochmal bestellen. Und natürlich gibt es dort auch ganz normale Dim Sum, zu deren Verzehr man sich nicht überwinden muss.

Dann besitzen wir seit Anfang August einen neuen Grill, der uns ganz glücklich macht. Das mit dem Grillen ist so eine Sache, wenn man in der Stadt in einem Mehrfamilienhaus mit winzigem Balkon lebt. Und dann auch noch anstrengende Nachbarn obendrüber wohnen hat. Grillen mit Holzkohle fällt da eher raus. Wir haben natürlich einen Elektrogrill, der sein Leben im Keller fristet und bislang etwa einmal im Jahr hochgeholt wurde. Das ist halt schon so ein bisschen freudloses Grillen… Für die Urlaube im Wohnwagen hatten wir immer einen kleinen Holzkohlegrill dabei, aber der Dreck, der dann für zwei Steaks oder Würstchen anfällt, hat uns zunehmend davon abgehalten, das Teil überhaupt in Betrieb zu nehmen.

Bei meiner Instagram-Freundin @elbkombuese sah ich dann in einer ihrer Stories, dass sie einen neuen Campinggrill der Firma Cobb hat, der mit Gas betrieben wird. Nicht zu groß und nicht zu klein, perfekt für unseren Mini-Balkon und für Reisen. Wir haben ein bisschen zu dem Modell in unterschiedlichen Ausführungen recherchiert und es dann bestellt. Und sind wirklich sehr begeistert. Der Grill ist gut verarbeitet, alles macht einen durchdachten und wertigen Eindruck. Es gibt unglaublich viel Zubehör und man kann damit im Prinzip eine ganze Küche ersetzen. Unser neuer kleiner Freund liefert großartige Ergebnisse und lässt sich ohne viel Aufwand reinigen. Beste Anschaffung des Monats! (Das hier ist übrigens keine Werbung; wir haben das Ding selbst bezahlt und es erwarten mich keine Vorteile, weil ich den Markennamen hier erwähne. Aber vielleicht bist Du auch auf der Suche nach sowas und freust Dich über einen Tipp.)

Neben all den kulinarischen Themen, die mich ja eh immer umtreiben, hatte ich im August mein 100-Tage-Gespräch in meinem neuen Job, das sehr, sehr positiv ausgefallen ist. Dies ist übrigens mein erster Arbeitgeber, der 100-Tage-Gespräche führt – wie toll ist das denn bitte?! Und mein Berufsleben dauert schon eine kleine Weile… Jedenfalls herrscht Begeisterung auf allen Seiten, so viel positives Feedback, ein paar aufregende Aussichten und zu guter Letzt habe ich jetzt meinen unbefristeten Arbeitsvertrag in der Tasche. An diesem Tag bin ich sehr glücklich nach Hause gefahren!

Und die Zeit unseres Urlaubs rückte näher; Urlaubsplanung war also ein Thema. Wie es der Teufel will, fahren wir ja – seitdem die Kinder aus dem Haus sind – nicht mehr in den Sommerferien in Urlaub, sondern davor und/oder danach. Eigentlich ein großer Luxus, den ich sehr schätze. Wenn da nicht seit letztem Jahr diese Sache mit den Inzidenzen wäre… Die zu Beginn der Sommerferien so niedrig wie schon lange nicht mehr waren und seit drei, vier Wochen wieder kontinuierlich ansteigen. Na toll. Ob wir fahren und wohin, erfährst Du dann ein anderes Mal. #cliffhanger

Gesehen

Mit der Lieblingstochter: Luca, die neueste Disney-Produktion. Meine Güte, was für ein süßer, liebevoll gemachter Film! Leider kann ich hier nicht zu viel davon erzählen, nein, eigentlich darf ich gar nichts davon erzählen, weil der beste Mann von allen Luca dringend noch gucken muss! Also gibt’s hier keinen Spoileralarm und ich verlinke nichtmal den Trailer, den man sich natürlich bei YouTube ansehen kann, damit der Mann nicht in Versuchung geführt wird. Davon abgesehen ist es sowieso Unsinn, sich Trailer anzusehen, denn dann hat man in der Regel die besten Szenen innerhalb von 5 Minuten schon gesehen – wer will das schon? Jedenfalls ist dieser Film ein Muss für alle Disney-Fans (logisch!) und für alle Italien-Fans! Und die Tochter und ich haben jetzt ein neues Motto für Lebenssituationen, in denen Furcht oder Sorgen überhandnehmen: „Silenzio Bruno“! Also, klare Sache – Gucken!!! (Disney+)

Gelesen

Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens. Allen, die jetzt mit den Augen rollen und sich denken „aaalter Hut“, weil dieses Buch schon ewig auf der Bestsellerliste steht, sei gesagt, dass ich nicht per se die Bestsellerlisten verfolge, geschweige denn das Bedürfnis habe, die dort gelisteten Bücher auch alle zu lesen. Der Geschmack der Masse ist nicht unbedingt meiner, you know?! Aber dieses Buch ist wirklich zauberhaft!

Die Geschichte handelt von Kya dem Marschmädchen, das in den 60er Jahren mehr oder weniger alleine im Marschland irgendwo in den Südstaaten der USA aufwächst. Es handelt von der unbändigen Liebe zur Natur und allem, was sie hervorbringt. Es handelt von Vorurteilen gegenüber Menschen, die „anders“ sind, und dem gängigen Rassismus dieser Zeit. Aber es handelt auch von zerbrechlicher Freundschaft und Liebe. Und es geht um einen Toten.

Ich habe dieses Buch wirklich verschlungen. Es fängt langsam und vielleicht ein winziges bisschen sperrig an, zieht einen (also mich!) dann sehr schnell in seinen Bann und je näher es zum Ende hingeht, desto weniger mag man es aus der Hand legen.

Neue Kochbücher

Die Geschichte beginnt mit einem Huhn von Ella Risbridger. Dieses Buch ist nicht nur ein Kochbuch, es ist gleichzeitig auch eine Geschichtensammlung. Eigentlich liest es sich wie ein Blog. Erst eine kleine Geschichte, dann ein Rezept, ausführlich beschrieben und gespickt mit kleinen, oft lustigen Randbemerkungen. Dabei war der Autorin gar nicht zum Lachen zumute, als sie mit dem Kochen begann. Ella Risbridger hatte Kochen nämlich als Therapie gegen ihre Depressionen entdeckt. Sie hat Frühstück gemacht, für das sich das Aufstehen lohnt und Abendessen als Belohnung für einen gelungenen Tag. Oder als Trost für einen miesen Tag. Oder einfach um zu feiern, dass sie einen weiteren Tag überlebt hat. Deswegen lautet der Untertitel dieses Buchs auch „Rezepte, für die es sich zu leben lohnt“.

Diese Rezepte gliedern sich in Frühstück, Suppe & Brot, Picknicks & Pack-ups, Vorratsschrankgerichte & Mitternachtsgelage, Wochenendküche und Süße Sachen. Dabei erfindet die Autorin das Rad nicht neu, aber sie macht mir auf jeden Fall Lust, in dem Buch zu lesen, die hübschen Illustrationen anzuschauen und auch, verschiedene Gerichte auszuprobieren.

Snackistan – 140 orientalische Kleinigkeiten – von Sally Butcher habe ich auf dem Bücherflohmarkt der hiesigen Stadtbibliothek erstanden. Hier werden regelmäßig Bücher ausgemistet, die nicht mehr so viele Leser finden, um Platz für Neuheiten zu schaffen. Weiß der Teufel, warum, aber dieses Buch wurde offensichtlich nicht besonders häufig ausgeliehen. Vielleicht ist meine Stadt nicht der Nabel der orientalischen Küche. Oder vermutlich benötigen die Einwohner dieser Stadt, die zumindest zum Teil aus orientalischen Ländern kommen, kein Kochbuch, um diese Köstlichkeiten zuzubereiten. Wie auch immer – ich schon! Und nachdem ich in Woche eins des Bücherflohmarkts schon ganz verliebt darin geblättert hatte (mein innerer Dialog so: „Nein, ich brauche das nicht! Ich habe orientalische Kochbücher! Mehrere! Aber hach, so schöne Sachen da drin! Nein, leg‘s weg!“) und es in Woche zwei immer noch da war (das war doch ganz klar ein Zeichen, oder?!), hab ich‘s gekauft. Für 4 Euro. Jetzt freue ich mich jedesmal, wenn ich es aufschlage. Und ganz bald koche ich auch daraus!

Dieser Beitrag enthält Marken-, Menschen-, Orts- und Produktnennungen sowie Verlinkungen. Dies gilt nach derzeitiger Rechtslage als Werbung und somit kennzeichne ich diesen Beitrag als WERBUNG. Dennoch gilt: Alle hier genannten Produkte, Marken, Menschen oder Orte sind als persönliche und unentgeltliche Empfehlung zu betrachten! Jede bezahlte Kooperation wird immer als solche gekennzeichnet.

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3 Comments

  • Claudia

    Allerliebste Blogkollegin, ich möchte gleich vorab darauf hinweisen, dass ich deinen Beitrag auf meiner nigelnagelneuen myclaud.kitchenstories-Facebook-Seite geteilt hab. Überschütte mich mit Lob 😉
    Mit großem Interesse hab ich von deinem Dim-Sum-Erlebnis gelesen, wobei ich gestehenmuss, dass ich noch nie DimSum gegessen hab, weder Entenzunge noch „normal“ 😉 Da ich jetzt aber Enten hab, verbitte ich mir, Zungen davon zu essen 🤣
    Ich freu mich so, dass du so glücklich bist mit deinem „neuen“ Job, ich wäre ehrlich gesagt, schon über ein 7300-Tage Gespräch froh gewesen, aber auf das warte ich jetzt auch nicht mehr, und mir geht es mittlerweile gut damit.
    Mit Disney hab ich es nicht so, und Kochbücher kaufe ich jetzt vorerst keine mehr 🤣 aber so wie du das Universum über den Kauf des orientalischen Kochbuchs entscheiden hast lassen, so hab ich es heuer mit unserem Urlaub gemacht – mehr dazu aber auf meinem Blog – später #cliffhanger 😉🤣

    • Odette

      Meine Liebe,
      ich überschütte Dich nicht nur mit Lob, sondern auch noch mit großer Dankbarkeit! 💝 Und dass Du keine Entenzungen essen magst, kann ich total verstehen! Isst Du jetzt auch kein Huhn mehr? 🤔 Da hätte ich nämlich in meine Monatsrückblick für den September was für Dich… 😉 Ich freue mich immer wieder über unsere treue Bloggerkolleginnenfreundschaft – schön ist das! Danke für all Deine Kommentare hier! 🥰

      • Claudia

        sorry für meine späte Antwort 😉 ich bin aktuell mit allem in Verzug…. also Huhn essen wir nach wie vor, weil wir dieses Fleisch wirklich gerne mögen, aber ganz ganz heimlich 🤣🤣🤣

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